Gestrandet (Teil 2)

Mit Hilfe meiner neuen Crew (siehe Teil 1) gelang es mir schnell mich aus der mörderischen Umschlingung der berüchtigten Bucht von Santa Ponsa zu befreien. Das ist nicht so leicht wie es scheint – manches einst stolze Segelschiff liegt dort schon seit Jahrzehnten jeden Sommer vor Anker dem Verfall schutzlos preisgegeben. Von den armen Skippern will ich lieber gar nicht erst reden. Wie schon zuvor berichtet, gibt es sogar Alien-Schiffe, die dem schrecklichen Ort verfallen sind.

Nun, also wir haben uns am 1. August auf den Weg nach Sardinien gemacht. Wind für die Passage war erst für Montag angesagt – das lies uns 4 Tage Zeit um den geplanten Absprungpunkt – Mahon auf Menorca zu erreichen. Die Zeit haben wir uns in Es Trenc (Mallorca), Porto Colom (Mallorca), Cala Trebaluger (Menorca) und Mahon (Menorca) vertrieben. Ich bin übrigens unmittelbar wieder dem Zauber von Menorca erlegen. Nach einem Tag in der wundervollen Natur der Cala Trebaluger und danach in Mahon steht man da und fragt sich – warum zum Teufel habe ich meine Zeit auf Malle totgeschlagen, wenn diese Insel mir einfach so viel mehr entspricht? Schwamm drüber.

Apropos Zauber erlegen – der eine oder andere aufmerksame Leser wird vielleicht bemerkt haben, dass ich neuerdings dazu neige etwas näher  auf meine Passagiere einzugehen und dass insbesondere Teile des Textes in der Wir-Form geschrieben sind. Das verhält sich so – ich glaube es war in Es Trenc nach einem langen nächtlichen Bad im Meer, dass Gaylyn (die Aussie-Kiwi) und ich feststellen mussten, dass wir eigentlich super gut zueinander passen. Ein weiterer Grund warum ich nicht recht Zeit zum Schreiben finden konnte…

Gaylyn, meine Aussie-Kiwi

Für die Überfahrt nach Sardinien waren 15-20 Knoten Wind aus Nord angesagt. Es schwankte dann tatsächlich  zwischen 5 und 7 Beaufort. Zunächst hart am Wind, später ein schöner Halbwind-Kurs. Nachdem wir in Mahon erst nachmittags losgekommen waren, weil die Stadt einfach so schön ist und wir unbedingt Montag Morgen noch zum Markt mussten, erreichten wir die Südspitze von Sardinien erst Dienstag spät abends. Von den Turmhohen Brechern unterwegs die unser stolzes Boot durchschüttelten, als wäres es eine Nussschale will ich ein andermal berichten..

 

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2 Responses to Gestrandet (Teil 2)

  1. Tina says:

    Na endlich mal wieder ein Lebenszeichen, dachten wirklich, du seist von Poseidon entführt, wenn es schon nicht die Aliens waren… Hey, das klingt ja mal nach echtem Abenteuer… das wurde ja auch mal Zeit ;o) Und was den Zauber im Besonderen und im Allgemeinen anbelangt: Ich freue mich für dich! Grüß’ mir Bella Italia… Un Abbraccio per te aus der Langen Reihe und liebe Grüße an deine Kiwi …;o)

  2. Silvie says:

    Huhu Thomas, was für News auf allen Fronten, jetzt wird’ s echt abenteuerlich und wir freuen uns mit Dir! Aber dann hoffen wir mal, dass Ihr nicht wieder in so eine gefährliche Situation kommt… Seid Ihr Mitte Sepember noch auf Malle, dann können wir uns evt. treffen und diesmal würde ich gern Dein Boot von innen sehen ;-)) LG, auch unbekannterweise an Gaylyn von uns, sind gerade an der Ostsee (Peter ist hier morgen Gastkoch) und es ist sogar mal schönes Wetter ;-))

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