Auf Odysseus Spuren

Porto Palo Sizilien

Nach einer recht entspannten Überfahrt von Malta war die Ostküste von Sizilien dran. Es sollte in 4 Tagen die Küste hoch durch die Straße von Messina gehen, aus der Odyssee bekannt durch die Seeungeheuer Skylla und Charybdis – doch dazu später.

Nachdem uns die Süd-Ost-Spitze der Insel mit einem schönen Ankerplatz willkommen geheißen hatte ging es weiter nach Norden. Syrakus wollten wir zunächst links liegen lassen. Die Neugier trieb uns dann aber doch in den großen Naturhafen. Die abendliche Besichtigung der alten griechischen

Syrakus – Sizilien

Siedlung – einst fast ebenso mächtig wie Athen verschlug uns den Atem. Eine wunderschöne Altstadt, durchsetzt von Prachtbauten aber auch mit vielen kleinen Gassen und Plätzen mit Restaurants, Kneipen und Cafes – alles komplett in Italienischer Hand. Absolut sehenswert.

Nächsten Tags ging es weiter nach Taormina. Irgendwie hatte sich der Name in meiner Vorstellung als ‘must-see’ festgesetzt – vielleicht aus dem Film ‘The deep Blue’. Auf dem Weg dorthin tauchte der mächtige Ätna aus dem Dunst auf. Abends ankerte wir unter der Steilküste von Taormina – die Stadt liegt hoch oben auf einem

Syrakus – Sizilien

felsigen Abhang zwischen Pinien und umhüllt von satter Vegetation. Die Besichtigung der Stadt am nächsten Vormittag brachte einen weiteren einzigartigen Ort zum Vorschein – nur gemindert durch den extrem regen Tourismus. Das tut dem Charme des Ortes jedoch nur wenig Abbruch. Eine Seilbahn führt aus dem Ort hinab in eine wunderschöne Felsenbucht.

Nachdem wir einen ganzen Tag für Taormina geopfert hatten ging es nächsten Tags eilig weiter durch die Straße von Messina. Die Ungeheuer Skylla und Charybdis lassen sich dort noch heute zuweilen in Form von Strudeln beobachten, die sich im Wasser der Meerenge bilden und die dem Revierführer zufolge kleinere Boot durchaus in Bedrängnis bringen können. Zurückzuführen sind sie auf starke Gezeitenströme sowie

Der Ätna -Sizilien

auf dem zuwiderlaufende Tiefenströme, die durch unterschiedliche Temperatur und Salzgehalte der Tyrrhenischen und der Ionischen See verusacht werden. Tatsächlich waren an diversen Stellen seltsame Wellenphänomene zu sehen und unsere Geschwindigkeit sank dank der starken Strömung in der Meerenge auf knapp 3 Knoten. Glücklicherweise half uns ein kräftiger Wind aus der Patsche so dass wir am Ende weit vor der kalkulierten Zeit im Tyrrhenischen Meer ankamen und spontan beschlossen gleich auf die Äolischen Inseln weiter zu ziehen, nach Volcano nämlich. Etwas leichtfertig ignorierten wir die Tatsache, dass der geplante Ankerplatz erst nach Einbruch der Dunkelheit zu erreichen war.

Taormina – Sizilien

Der geplante Ankerplatz auf Volcano konnte natürlich überhaupt nicht angelaufen werden, da er durch einen von Nord-Westen anrollenden Schwell nicht nutzbar war. Die Alternative – den Porto Di Levante erreichten wir in dunkler Nacht – zusätzlich verfinstert von heftigen Regenfällen. Der Ankerplatz – heimtückisch mit bei Nacht praktisch unsichtbaren Schwimmleinen durchsetzt und völlig überfüllt. Am Rand sinkt der Meeresgrund schlagartig ab. Die einstündige Suche nach einem Ankerplatz, die gleich zu Anfang fast in einer Leine geendet wäre wurde nach mehreren Versuchen erfolglos abgebrochen und die Fahrt durch anhaltende Regen- und Gewitterböen nach Lipari

Stromboli – Liparische Inseln

fortgesetzt. Volcano stinkt ohnehin fürchterlich nach Schwefel – de Insel kann mir gestohlen bleiben… Eine grausame Tour durch die Nacht brachte uns gegen 23:30 an das Capo Rosso im Nord-Osten von Lipari, wo wir völlig durchnässt und frierend einen guten Ankerplatz für die Nacht fanden.

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