Reise mit Hindernissen

Mittelmeer – heute mal friedlich

Wir sitzen mal wieder fest – naja semi-fest. Es scheint wohl das übliche Segler-Schicksal zu sein, dass ständig irgend etwas kaputt geht. Als wir uns gestern Nachmittag auf der Suche nach günstigen Winden wieder in die Weiten des Mittelmeeres zu begeben versuchten, stellte ich irgendwann verwundert fest, dass trotz laufender Hauptmaschine die Batterien nicht geladen wurden. Eine gründliche Untersuchung des Problemes ergab, das sich der Laderegler über Unterspannung am Eingang beschwerte und die Lichtmaschine nur 9,5 Volt anstatt der angemessenen 14.4 Volt produzierte – Fazit Lichtmaschine kaputt..

Das ist kein Weltuntergang, da ich noch den Generator habe um die Batterien zu laden. Aber auch kein Zustand, den auf sich beruhen lassen sollte.  Auf der Suche nach einem geeigneten Hafen, in dem man sich des Problemes annehmen könnte stießen wir auf Garrucha, ein Ort der sich im Wesentlichen dadurch anbot, dass er noch bei Tageslicht zu erreichen war.

Garrucha – muss man gesehen haben

Nun liegen wir dort am Pier im immerhin ziemlich günstigen Yachtclub. Jedes Städtchen hat ja irgendwo seine hidden Features. Garrucha ist nicht sehr hübsch anzusehen, verfügt aber dafür über den größten China-Laden, den wir bisher gesehen haben. Er hat die Ausmaße einer kleinen Karstadt-Filiale und bietet alles zu unschlagbaren Preisen feil, was man sich an Low-Cost-Produkten aus China vorstellen kann. Natürlich fällt das meiste nach einmaliger Benutzung (oder sogar schon vorher) auseinander oder spiegelt in verpacktem Zustand Funktionen vor, die sich nach dem Auspacken plötzlich nicht mehr nachvollziehen lassen.

Beispielhaft dafür mein Teleskop-Spiegel. Ein Instrument, welches ähnlich dem Spiegel des Zahnarztes perfekt geeignet schien ansonsten nicht erreichbare Orte im Motorraum einer visuellen Untersuchung zu unterziehen. Im verpackten Zustand konnte man eine Teleskop-Funktion des Armes erkennen. Nach dem Auspacken blieb leider nur eine seltsame Oberflächen-Struktur des Stieles übrig – nichts zum Ausziehen. Dafür hat es dann aber auch nur  1,50 € gekostet und hat damit immer noch einen Rest-Gebrauchswert, der den Kaufpreis überschreitet.

Mal sehen, vielleicht bekomme ich dort ja auch eine neue Lichtmaschine für unschlagbare 12,99 €.

PS: Kaum ist der Mechaniker an Bord läuft die Lichtmaschine wie verrückt und lädt natürlich auch. Also doch keine chinesische Plastik-Lichtmaschine..

This entry was posted in Deutsch, Seefahrt. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *