Atlantikwasser II

Captains Log, SY Qi, Stardate 30.11.2012 11:06 – 33° 09.04’N 010°00.45’W – der Atlantik – unendliche Weiten…
Mittlerweile treiben wir uns seit gut 48 Stunden auf dem Atlantik herum und haben schon einiges an Strecke Richtung Süd-Westen zurück gelegt. Aktuell befinden wir uns 50 Meilen (90 km) entfernt von der Küste Afrikas etwa auf Höhe der Inselgruppe von Madeira.  Wir haben in den 2 1/4 Tagen seit Gibraltar rund 300 Meilen zurück gelegt und noch 400 vor uns.
Das Wetter lässt zu wünschen übrig, wir hatten bislang ständig starke Winde und die Richtung gefällt uns noch nicht wirklich. Statt gemütlich vor Wind und Welle zu segeln haben wir beides von der Seite, was das Leben auf dem Boot etwas bewegter macht als es wünschenswert wäre. Gerade fahren wir durch eine Schlechtwetterfront, die uns starke Böen und Regen beschert.
Soeben habe ich zum ersten mal versucht via Satellit Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Eine etwas aufwändige Prozedur, da unsere externe Satelliten-Antenne während der Sturmfahrt im Mittelmeer Schaden genommen hat und unsere Reparatur-Versuche bislang nicht von Erfolg gekrönt waren. Immerhin hat es für eine Mail von Silvie (vielen Dank) und einen aktuellen Wetterbericht gereicht.  Beim nächsten  Kontakt geht dieser Artikel als Mail an meinen Blog und wird dort hoffentlich auch angezeigt.
Qi führt sich so weit gut, nur das hässliche Geräusch vom Ruder ist wieder da, welches uns bisher jedes mal heimgesucht hat, wenn wir in Schlechtwetter unterwegs waren. Bisher hat es sich allen (teils teuren) Reparatur-Versuchen entzogen aber gestern Abend habe ich es glaube ich auf frischer Tat erwischt. Es ist nichts lebensbedrohliches aber auf den Kanaren werde ich mich des Problems noch einmal annehmen müssen..

Update 01.12.2012 13:45 31°01.95’N 012°02.74’W – Tag 3, mittlerweile sind es noch 250 Meilen bis Las Palmas  – mithin gut 48 Stunden. Das fiese Wetter geht einfach nicht vorüber. Inzwischen hat sich – getrieben durch permanente Winde zwischen 6 und 8 Beaufort (in Böen auch schon mal 9) – eine beachtliche Atlantik-Welle aufgebaut. Der letzte Wetterbericht lässt uns auf Wetterbesserung über Nacht hoffen. Allerdings weiß der Bericht auch nichts von dem Wetter, dass wir aktuell hier vorfinden. Langsam fragen wir uns, warum uns nicht einmal eine geschmeidige Überfahrt vergönnt ist. Die ständige starke Bewegung des Bootes in der Welle macht jede Handhabung zum Balanceakt und wer schon mal versucht hat zu schlafen, wenn der Körper ständigen Bewegungsimpulsen ausgesetzt ist weiß, dass das nicht so einfach ist.  Wir wollen schönwettersegeln – sofort !

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2 Responses to Atlantikwasser II

  1. Tina says:

    Hey, Ihr Armen, das klingt ja slles andere als beschaulich… Hoffe, der Wettergott ist euch mittlerweile wohl gesonnen und ihr seid die letzten Meilen entspannt nach Las Palmas geritten ;o), wo ihr euch sicher erstmal ausschlaft …:o) wuenschen euch pures Relaxen. Wir sind mittlerweile auf Samui und im Herzen von Chaweng… Da wollte ich eigentlich nie hin, aber nun denn… Weiter nach Koh Tao, da ist es sicher beschaulicher… Dann ein paar Mal den Sailsrock umkreisen ;o) Alles Liebe, Auch von Kiki, Tina

  2. thomas says:

    HalloTina,
    das klingt doch ganz entspannt. Ko Tao ist bestimmt der richtige Ort für Euch. Lockert mal schön durch. Las Palmas ist übrigens nicht so schlimm (gefile uns ja schon damals ganz gut). Es ist eine richtige Stadt mit einer teils hochinteressanten Architektur, dazu sehr grün, spanisch und lebendig und mit einer Menge anderer Features. Wir sind heute das erste mal durch die Stadt gestriffen und ich fühle mich hier pudelwohl.
    Liebe Grüße auch an Kiki – einerseits gut dass sie mit Dir in Asien ist statt hier, denn wahrscheinlich hätten wir uns ohnehin verpasst. Andererseits wäre es bestimmt nicht so schlimm gewesen, denn die Insel ist einen Besuch wert, das Wetter ist gut und ansonsten gibt es ja noch ein paar mehr Inseln drumherum.
    Alles Liebe Thomas

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