Beautiful Dominica

Roseau

Roseau

Keiner kennt Dominica – vielleicht ist es besser so. Die Einheimischen sagen über ihre Insel es wäre die einzige, die Kolumbus noch wiedererkennen würde, weil sich nichts verändert hat. Das kann man so stehen lassen.

Die erste positive Überraschung war der Markt von Roseau, den wir am Samstag morgen auf dem Weg zum Einklarieren  erkundeten. Nachdem auf Martinique fast alles (inkl. Kartoffeln, Möhren, Salat) aus Frankreich importiert war gibt es hier alles aus lokalem Anbau. Dabei handelt es sich zumeist um Kleinbauern, die auf 2-3 Quadratmetern Marktstand alles in kleinen Mengen anbieten, was der Garten am Morgen hergegeben hat. Aufgrund der sehr bergigen Topologie der Insel mit entsprechen kühlen Zonen in höheren Lagen, findet sich alles an Grünzeug was das Herz begehrt frisch aus ökologischem Anbau. Nur die Champignons wurden als Importware aus dem Supermarkt geholt. Da ich mittlerweile (zwangsläufig) zum Vegetarier mutiert bin, ist  damit die gesunde und preiswerte Ernährung schon mal garantiert.

Unterm Boot

Unterm Boot

Die nächste Überraschung offenbahrte der Sprung vom Boot. Eigentlich wollte ich nur die Verankerung der Boje untersuchen, an der unser Boot festgemacht ist. Ergebnis: die Verankerung geht so – dafür schwimmen wir über einem wunderbar bunten Korallenriff mit einder Vielzahl von Steinkorallen und  Schwärmen von Fischen. Mittlerweile habe ich das Riff ausführlich beschnorchelt und neben vielen kleinen Details Steinfische und Muränen ausgemacht. Und das 40 Meter vor der Küste der Inselhauptstadt.

Calypso Contest

Calypso Contest

Ebenfalls bemerkenswert ist die Freundlichkeit der Einwohner. Mit schöner Regelmäßigkeit wird man auf der Strasse von wildfremden angesprochen, die nichts besseres zu tun haben, als einem eine gute Zeit auf Dominica zu wünschen. Hier freut man sich noch über Besucher. Eine weiteren Einblick in die Seele der Dominikaner bekamen wir Samstag Abend. Wir hatten schon Nachmittags bemerkt, dass auf dem lokalen Sportplatz ein Konzert vorbereitet wurde und als wir abends vom Boot aus die Musik hörten, wollten wir es uns nicht nehmen lassen das dominkanische Nightlife aus erster Hand zu erkunden. Das Konzert stellte sich als Viertelfinale des nationalen Calypso-Wettberwerbs heraus. Interessant – aber harter Tobak für die Ohren. Die Band war ok aber die Finalisten waren grenzwärtig. Selbst gestrickte Songs mit ebensolchen – zumeist politischen Texten und teils nicht sehr begabten Interpreten. Nach zwei Stunden waren wir geheilt. Als ich Sonntag morgens den Live-Mitschnitt des Konzertes im Lokalen Radio fand, war Gaylyn nicht froh.

Middleham Falls

Middleham Falls

Sonntag wurde ein erster Ausflug in die Berge unternommen. Mit dem Guide Craig brachen wir zu einem Jungel-Hike auf, der uns zu den Middleham Falls, sowie nach Trafalgar zu der Titou Gorge und den Trafalgar Falls führte. Middleham Falls ist ein imposanter Wasserfall der aus großer Höhe in ein kleines Becken niederfällt. Man erreicht ihn nach einem 45 minütigen Hike durch tropischen Regenwald voller Blumen und Vögel. Auch eines der wenigen lokalen Säugetiere – das Agouti kreuzte unseren Weg.
Danach ging es in die Titou Gorge – ein weiterer Drehort von Piraten der Karibik. Es handelt sich um einen schmalen, tief in den Felsen geschnittenen Canyon, in den man hineinschwimmen kann. nach 30 Metern erreicht man einen kleinen Wasserfall. Ein einzigartiger Ort.

Titou Gorge

Titou Gorge

Anschließend war es Zeit für einen Imbiss. Das lokale Essen in der Rock Bar nahe den Trafalgar Falls war eine echte Überraschung. Diverse lokale Gemüse (u.A. Yams,Bananen) mit Fisch und einer fruchtig-scharfen Sauce bildeten ein köstliches leichtes Mahl. Danach wude in den heißen Quellen der Trafalgar Falls gebadet, bevor es nach Hause ging.

Der Montag Morgen stand ganz im Zeichen des Bootsputzes, dafür ging es nachmittags im Bus zum Champagne Beach. Eigentlich war ich schon einmal dort und fand es wenig aufregend aber Gaylyn wollte unbedingt ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Diesmal fanden wir die Stellen mit hoher vulkanischer Aktivität, der der Strand seinen Namen verdankt. Dort quellen Gase aus dem Boden des Riffs und lassen Perlen von Luftblasen aufsteigen. Das Riff selbst zeigt weiter draußen eine schöne Vielfalt von Steinkorallen und Fischen. Absolut sehenswert, wenn man weiss wo und wonach man schauen muss.

Wer die Karibik in einen ursprünglicheren Zustand erleben will und keine Berührungsängste hat sollte sich diese Insel einmal anschauen… Morgen wird zu den Victoria Falls gehiked…

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6 Responses to Beautiful Dominica

  1. Susanne says:

    Lieber Thomas, liebe Gaylin
    auch wir Münchner sind froh dass Ihr gesund und munter in der Karibik angekommen seid und wünschen Euch ein gutes 2013 mit tollen Erlebnissen und schönen Begegnungen. Euer Mut einen Lebenswunsch zu verwirklichen hat bewirkt, dass ich verstärkt auf der Suche nach meinen neuen Wegen bin und mutiger werde etwas zu verändern. Ich bin früher leidenschaftlich Ski gefahren und war die letzten Jahre ganz selten mit Leihski unterwegs und habe mir jetzt Alpinski gekauft und freue mich darauf die Pisten hinunter zu wedeln!
    Ich freue mich auf einen Guten Winter und viel Schnee und beneide Euch nicht um die Hitze! Susanne und Chistian

    • thomas says:

      Hallo Susanne,
      Euch auch ein wunderschönes Jahr 2013. Ich freue mich, dass unsere Reise Euch inspiriert selbst ein wenig mehr im Jetzt zu leben. Wir haben hier eine prima Zeit und fragen uns jeden Morgen beim Aufwachen womit wir das verdient haben..
      Liebe Grüße
      Thomas & Gaylyn

  2. Tina says:

    Hallo Ihr Beiden, na da bin ich ja beruhigt, dass sich meine karibische Lieblingsinsel immer noch jungfräulich, schön und unberührt zeigt, wie eh und je. Dachte schon, meine Artikel hätten für Besucheransturm gesorgt…also immer noch keine Neckermänner. MUC versinkt im Schnee, ich mittendrin (danke Susanne und Christian für die liebevolle Aufnahme) und ihr verpasst hier eigentlich so gar nichts… Also geniesst jeden Moment…aber das tut ihr ja sowieso! Alles Liebe, Tina

    • thomas says:

      Hallo Tina, ich mach mir eher Sorgn, dass uns nach Dominica der Rest der Karibik nicht mehr gefällt.. Hier ist noch alles beim Alten und die Leute sind unglaublich nett. Nach einer Woche auf der Inselhaben wir alle Major Hikes im Süden durchgezogen und sind bereit bald zum Chillen nach Portsmouth umzusiedeln..
      Liebe Grüße
      Thomas

      • Tina says:

        … I remember… unglaublich diese Herzlichkeit… die geht dem gemeinen Deutschen leider ziemlich abhanden. Life is different ;o) Genießt den Chillout, Hikes klingen ja doch nach unendlich viel Arbeit, endlich findet ihr zeit zum entspannen – hihi… Viel Spaß & alles Liebe

  3. Christian says:

    Moin ihr Lieben,
    wahnsinn – ich bin echt neidisch, da ich gut auf die -5°C im Moment verzichten kann.
    Mal was anderes: Wer ist der Typ ohne Bauch und mit Bart auf den Bildern mit deiner Freundin?

    Gruß
    Christian

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