Die heiligen Inseln

IMG_1915Oder eher die Inseln der Heiligen – von Kolumbus so benannt, weil er sie am Allerheiligen Tag entdeckte,  waren für kurze Zeit unsere neue Heimat. Ziemlich temporär, denn nach 3 Nächten sind wir schon wieder weg. Les Iles des Saintes gehören wie die Nachbarinsel Guadeloupe zu Frankreich. Sie sind entsprechend recht ordentlich verglichen mit Dominica, hübsch anzusehen und teuer.

Wenn man einen der Hügel erklimmt und das Panaorama der Bucht von Bourg betrachtet werden tatsächlich alle Karibik-Träume wahr. Blaues Wasser, kleine grüne Inseln mit pitouresken Bergen und Segelboote.

Kitsch pur - Iles des Saintes

Kitsch pur – Iles des Saintes

Wir erreichten die Saintes Mittwoch Nachmittag – zu spät um noch einklarieren zu können und machten erst einmal an einer vorgelagerten Insel halt. Der Tag wurde mit einem Schnorchelausflug und einer Wanderung zum Napoleonischen Kastell verbracht, welches die kleine Insel Ilet a Cabrit krönt.

Verglichen mit Dominika ist es hier Knochen-trocken. Nach zwei Wochen auf der Nachbar-Insel hatten wir uns schon an die permanenten Regengüsse und das vergleichsweise kühle Wetter gewöhnt. Auf den Saintes ist es zwar recht windig, aber meist wolkenlos und die Sonne scheint ohne Gnade. Entsprechen ist das Land zwar grün, bei näherer Betrachtung aber eher  mit trockenem Buschwerk als mit Regenwald bewachsen.

Heiliger Kater vor Silhouette von Guadeloupe

Heiliger Kater vor Silhouette von Guadeloupe

Am Donnerstag Morgen waren dann unerwartet zwei kleinere Kreuzfahrtschiffe sowie der Kreuzfahrt-Großsegler Windsurf aufgetaucht. Zusammen mit den französischen Touristen die täglich in Fähren von der großen Schwesterinsel Guadeloupe herübergekarrt werden und den Besatzungen der ca. 30 Segelyachten die auf der Reede von Bourg des Saintes an Bojen vertäut lagen eine Menge Volk für eine kleine Insel – ein guter Tag für Bourg des Saintes – die Insel lag an diesem Tag vermutlich einige Millimeter tiefer im Wasser.. Trotzdem sind die Inseln wirklich hübsch anzuschauen – ein Karibik-Paradies wie es im Buche steht.

Pidgeon Island, Cousteau National Park

Pidgeon Island, Cousteau National Park

Nach 2 Tagen und 3 Nächten hatten wir aber genug davon und beschlossen am Samstag morgen weiter nach Guadeloupe zu segeln. Unser Ziel war Pidgeon Island und der die Insel umgebende Cousteau National Park.
Die Überfahrt – knapp 10 Meilen über offenes Wasser und dann weitere 12 westlich der Insel Guadeloupe entlang stellte sich unerwartet spannend dar. Zunächst ging es bei 20-25 Knoten halbem Wind und kräftiger Welle mit teils 9 Knoten Speed über die Guadeloupe Passage. Harte Arbeit am Ruder aber herrliches Segeln. Am Südkap von Guadeloupe frischten der Wind noch einmal auf teils mehr als 30 Knoten auf und wurde sehr böig, so dass nochmals gerefft werden musste. Am Ziel der Reise angekommen fanden wir eine geräumige Ankerbucht mit gut haltendem Grund aber kaum Schutz vor dem Wind. Bei 7 Windstärken zu ankern ist etwas an das ich mich nur schwer gewöhne. Eine Inspektion des Ankers und eine Extraportion Kette konnten mein Vertrauen aber wiederherstellen.

Nixe im Cousteau national Park

Nixe im Cousteau national Park

Ein echtes Feature unserer Ankerbucht gegenüber von Pidgeon Island sind die resigen Schildkröten, von denen sie bevölkert wird. Kaum fertig mit dem Ankermanöver fiel uns schon auf, dass fast ständig 2-3 Schildkröten zu beobachten waren, die zum Atmen auftauchten. Schnorchelnd auf  dem Weg zum Anker konnte man die grossen Tiere in 5-6 Meter Tiefe am Grund beim Grasen bebachten, teils zusammen mit bis zu 60 cm langen Fischen, die sie am Panzer angedockt als blinder Passagier begleiteten.

Fische im Cousteau National Park

Fische im Cousteau National Park

Am Sonntag hatte der Wind deutlich nachgelassen, so dass wir uns mit dem Dinghy zum Schnorcheln den knappen Kilometer hinüber nach Pidgeon Island wagten. Ein wunderbarer Ort – wunderschöne Korallengärten in Glas klarem Wasser bevölkert von einer Vielzahl bunter Fische. Am Montag Morgen entdeckte ich beim morgendlichen Frühsport (Schwimmen) dann noch einen kleinen Blacktip Riffhai am Meeresgrund zwischen den Booten. Er schien glücklicherweise durch meine Anwesenheit ebenso beunruhigt wie ich durch seine und schwamm zügig davon.  So beflügelt brachen wir mittags erneut nach Pidgeon Island auf – diesmal wurde die ganze Insel umschnorchelt. Ausbeute: Neben vielen Fischen und wunderschönen Korallen ein Oktopus und ein Steinfisch.

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3 Responses to Die heiligen Inseln

  1. Tina says:

    Sounds like a dream … :o))))))))))))))))) Just a perfect place to be… Enjoy, you lucky ones… and have a great time. Life is full of Wonders…. you will explore more and more…Take care, all the best, Tina

  2. thomas says:

    Hallo Tina,
    vielen Dank für den Kommentar – multi-channel wie immer.. Aktuell liegen wir weiter im Norden vor Dehaies. Erst als ich an Land war und mir das Layout des Ortes so seltsam bekannt vorkam, habe ich festgestellt, dass wir mit der Zara schon einmal hier waren.. Im Moment kränkelt Gaylyn etwas aber sobald sie wieder fit ist geht es weiter nach Antigua, die Riffe eforschen..
    Liebe Grüße
    Thomas

  3. Silvie says:

    Hallo Thomas bzw. Ihr Zwei! Vor ein paar Tagen haben ich mir einen auf Englisch an Gaylyn abgebrochen, der nächste Eintrag geht mal wieder an Dich: mensch, ist das geil, man mag es ja gar nicht glauben!!! Irgendwie hatte ich immer gesagt, keinen Neid zu kenne, aber bei den Bildern und Euren free and happy life muss man echt schlucken. Aber das Leben bei 4 Grad Geniesel kann soch auch sooo schön sein und man sollte die Laune bloß nicht immer vom Wetter abhängig machen. Das Wetter wird doch immer gnadenlos überschätzt – aber wann kommt denn hier bloß endlich mal wieder Sommer oder wenigstens Frühling…???;-)) Aber da braucht man noch viel Geduld und wir freuen uns nun erstmal wieder total auf Malleund werden im März dieses Jahr wieder für eine Woche eingeladen und sind in geheimer Mission unterwegs. Harte Arbeit wartet auf uns, aber vielleicht auch ein paar Sonnenstrahlen und hinterher kommt natürlich wie immer die große Diät…;-) Schaade, dass Ihr nicht mehr da seid, wäre doch ein schönes Revival! Gute Genesungswünsche für Deine erste Offizierin, aber bei der Aussicht auf das nächste Reiseziel ist sie bestimmt schon wieder fit! Seid gedrückt von Silvie&Kochmonster

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