Long Time no Post..

Es war nun schon eine ganze Weile Funkstille auf dem Blog, ich habe einiges aufzuholen und es trudeln erste Beschwerden ein. Der letzte Eintrag liegt schon ein paar Wochen und einige Inseln zurück und man kann nicht sagen, dass zwischenzeitlich nichts los gewesen wäre. Eher zuviel, so dass ich keine Zeit gefunden habe es in Worte zu fassen. Davon abgesehen war die kostbare Online-Zeit rar und es konnten zumeist nur die wichtigsten Dinge erledigt werden: Schnell ein paar Emails beantworten, Spiegel Online scannen, ob die Welt schon wieder untergeht, kurz auf Facebook schauen, welche Katastrophen und freudigen Ereignise sich im privaten Umfeld abspielen und natürlich das Wetter herunterladen.

Das letzte Lebenszeichen auf dem Blog stammt glaube ich von Guadeloupe oder Dominica. Damals standen uns große Ereignisse bevor:

  • Zum ersten mal seit dem Landfall am 1. Januar wieder eine Marina anlaufen. Wirklich gut bin ich mangels Übung in Hafenmanövern nie gewesen. Nun lag das letzte Anlegemanöver fast 4 Monate zurück. Grund genug für ein leicht erhöhten Puls bei der Einfahrt. Auf der anderen Seite erstmals wirklich wieder still liegen, Strom und Wasser im Überfluss, mal eben schnell Brötchen holen gehen kein Problem – ein komplett neues Lebensgefühl.
  • Die ersten Besucher, seitdem wir in der Karibik sind. Cathi und Sebastian hatten sich angemeldet und der Aufenthalt in der Marina von Le Marin, sollte Ihnen einen sanften Einstieg in das Seglerleben ermöglichen. Natürlich waren es mal wieder die üblichen Verdächtigen. Es scheint, dass sich kaum jemand aufraffen kann uns mal für einen Karibik-Törn zu besuchen. Die gute Nachricht: Die Besucher die sich einmal aufgerafft haben, kommen wieder..

Das Anlegemanöver lief übrigens wie am Schnürchen. Der Aufenthalt in der Marina hingegen war nicht so schön, wie wir gedacht hatten. All die Vorteile wiegen weder den angenehm kühlenden Pasatwind auf der einem am Anker umweht noch den spontanen Sprung ins Wasser der einem in der Marina verwehrt ist.

Geplant war ein langer Schlag Richtung Süden zu den Tobago Cays und dann langsam wieder zurück via einem Haufen kleiner Grenadinen-Insel, Saint Vincent und Saint Lucia. Der Plan B war, nach Saint Lucia zu segeln und sich die Insel in epischer Breite anzuschauen, denn unsere Besucher waren keine passionierten Segler sonder gehören eher zur Kategorie Strandurlauber. Nach einer schönen aber Dank dem leicht achterlichen Wind etwas schaukeligen Überfahrt nach Saint Lucia entschieden wir uns spontan für Plan B. Bei Sebastian war eine akute Unverträglichkeit für Atlantik-Dünung diagnostiziert worden.

Saint Lucia war für dieses Unterfangen genau die richtige Wahl. Die Insel ist vom Wasser aus bildhübsch anzusehen, hat zahlreiche Sandstrände, wunderschöne Korallenriffe und ist touristisch einigermaßen erschlossen. Unser erster Abend an Land in Rodney Bay führte uns aber erst einmal nach Gros Islet. Der kleine Ort ist umschlossen von Hotel-Anlagen und und der Marina, ist aber noch ziemlich ursprünglich. Für Cathi und Sebastian war das quasi der Sprung is kalte Wasser. Bei nacht ein karibisches Fischerdorf zu erkunden ist eine Erfahrung für sich. damit war der Erstkontakt mit der schwarzen Bevölkerung der Inseln erfolgreich durchlaufen und etwaige Berührungsängste durch Schocktherapie kuriert.

Etwas enttäuschend war leider das Wetter. Sebastians Frage nach den diesbezüglichen Aussichten hatte ich 2 Wochen vor der Ankunft noch als albern abgetan. In den 4 Monaten in der Karibik hatten wir praktisch nur Sonne gesehen. Die wenigen Tropfen Liquid Sunshine (karibisch für Regen) waren zumeist willkommen.  Nun war allerdings ein großflächiges Schlechwettergebiet über uns gekommen und versorgte uns mit reichlich Regen. Für unsere Besucher war die verminderte UV-Dosis wahrscheinlich Haut-rettend und wir konnten unsere Wasservorräte durch das Sammeln von Regenwasser auffrischen. Auch an den allnächtlichen Weckruf ausgelöst durch Regengüsse durchs offene Luk haben die zwei sich schnell gewöhnt.

Zwischen den Regengüssen blieb immer noch reichlich Zeit für alle möglichen Aktivitäten: Sonnen, Schnocheln, Schwimmen, Wandern, Ziplinig…. 10 Tage später haben wir die Beiden knackbraun und leicht verwildert zur Reintegration in einem Hotel auf Martinique abgesetzt.

Wieder allein haben wir  zügig unsere Reise nach Süden fortgesetzt zügig unsere Reise nach Süden fortgesetzt, denn ab Juni ist offiziell Hurricane-Saison und bis dahin wollen wir auf Grenada, Trinidad oder Tobago sein – außerhalb der gefährdeten Zone. Vor uns liegt noch ein wunderbares Segel-Revier – Saint Vincent und die Grenadinen.

Zunächst haben wir noch einmal auf St. Lucia Pause gemacht. Zum Einen wegen des dortigen Jazz-Festivals, zum Anderen wegen der wunderbaren Unterwasserwelt speziell um Soufriere herum.
Leider war das Wasser um die Insel herum zunehmend von kleinen, kaum wahrnehmbaren Nesseltieren durchsetzt, so dass wir unsere Schnorchel-Aktivitäten schnell wieder eingestellt haben und 3 Tage später bereits nach Saint Vincent unterwegs waren.

Saint Vincent ist wahrscheinlich die hübscheste Karibik-Insel, die wir auf dieser Reise gesehen haben. Vom Wasser betrachtet bietet sie einen wunderbaren Ausblick nach dem Anderen. Im Norden ragt der mächtige Vulkan Soufriere knapp 1000 Meter aus dem Meer. Bis hoch zum Krater ist er mit dichter Vegetation bewachsen, unterbrochen von Feldern auf denen nach Auskunft der Eingeborenen an steilen Hängen zumeist Ganja angebaut wird. Die velen Strände sind zumeist dunkel, dafür aber von wunderschönen  Palmenhainen gesäumt.
Die Insulaner sind zumeist sehr freundlich aber bitter arm. Unsere Erste Station war Chateau Belair. Der Name täuscht – statt eines Chateau erwartet den Besucher nur ein kleines Fischerdorf. Der Segelführer sowie diverse Sicherheits-orientierte Websites für Segler warnen davor hier über Nacht zu ankern, da es in der nahen Vergangenheit nächtliche Überfälle auf Segler gegeben hatte. Wir blieben trotzdem, denn es lagen außer uns 3 weitere Booteauf Reede.
Am Ankerplatz wurden wir von George begrüßt, der sein Geld damit zu verdienen versuchte, auf seinem kleinen Kajak die einlaufenden Boot abzufangen, beim Ankern zu helfen und alle möglichenDienste anbot. Ich warf ihm ein Seil zu und schleppte ihn vollgas zum empfohlenen Ankerplatz, was er sichtlich genoss und die angebotenen Tarife deutlich verbesserte.
Ein Austalisches Paar von einem benachbarten Boot kam ebenfalls vorbei um uns über die Gepflogenheiten beim Einklarieren aufzuklären. Laut Segelführer waren Zoll und Immigration zu durchlaufen und dazu das Zollbüro und die Polizeistation aufzusuchen. Gemäß Eric und Lyn war allerdings der Zoll nicht anwesend und die Polizei bereit die Prozedur durchzuführen. Als ich dort ankam wurde ich jedoch zunächst abgewiesen. Ohne Zoll könnte man mich nicht einklarieren. Mein Einwand, ich müsste dann nach Wallilabou weiterfahren und könnte Chateau Belair nicht besuchen wurde zur Kenntnis genommen, führte aber nicht zu einem positiven Bescheid. Erst die Erwähnung der soeben eingecheckten Australier führte dazu, dass meine Papiere entgegengenommen und bearbeitet wurden. Laut Immigration war ich nun legal im Land und hatte nicht einmal die üblichen Gebühren bezahlt. Eine Insel und 3 Tage später bin ich  sicherheitshalber aber noch einmal beim Zoll vorstellig geworden und musste erfahren, dass die Stempel im Pass zwar in Ordnung waren, dass Boot nicht legal eingeführt war.
Damit sind wir endlich in der Gegenwart angekommen. Qi liegt ganz legal in Port Elizabeth auf Bequia vor Anker. Die Insel gehört zwar zu Saint Vincent und den Grenadinen, scheint aber deutlich wohlhabender und hat sich sehr erfolgreich auf die Bedürfnisse der Segler spezialisiert. Eine wunderschöne Bucht mit Kristall klarem Wasser (Quallenfrei) und einer sehr entspannten Atmosphäre an Land. Leider gibt es auch für diese Bucht eine Sicherheits-Warnung und in der 2. Nacht ist das Dhingy unserer neuen australischen Freunde auf mysteriöse Weise verschwunden, während sie bei uns an Bord zu Besuch waren. Wir bleiben trotzdem noch ein wenig, dann geht es weiter Richtung Tobago Cays und Grenada..

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2 Responses to Long Time no Post..

  1. kiki2 says:

    Hey Thomas hey Gaylyn
    schön mal wieder etwas von euch zu hören, obwohl durch Cathi und Sebastian habe ich natürlich erfahren wie gut es euch geht. Das freut mich sehr, auch dass ihr eine schöne gemeinsame Zeit hattet. Die Beiden haben ordentlich geschwärmt von ihrem Aufenthalt bei euch. Wolltet ihr Deutschland nicht einen Besuch abstatten? Wenn ja, seid ihr bei mir natürlich herzlich willkommen. Für die Fahrten in den Süden Mast und Schotbruch und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel. Viele liebe Grüsse aus dem heute verregneten und kalten Norden Deutschlands Kiki2

    • thomas says:

      Hallo Kiki, wir hatten eine schöne Zeit mit den Beiden. Wann wir in die Heimat kommen werden wir bald auswürfeln. Noch haben wir keine Plan.
      Alles Liebe und ein Extraportion Sonne schicken
      Gaylyn & Thomas

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