High & Dry II

Die Vorbereitungen für den Heimaturlaub laufen auf Hochtouren. Nach ausgiebiger Analyse haben wir uns für Curacao entschieden und kurz entschlossen unsere Flüge von dort gebucht. Venezuela fiel aus wegen der schlechten Versorgungs- und Sicherheitslage,

Rahanna on the helm

Rahanna on the helm

Trinidad stand zunächst auch noch zur Auswahl aber wir hatten schon auf Grenada so viel Regen, dass die Aussicht in Trinidad noch mehr Feuchtigkeit und Hitze nur ohne kühlende Passatwinde ausgesetzt zu sein uns nicht verlockend erschien.
Curacao liegt recht weit im Westen, hat aber ein angenehm trockenes Klima mit viel Wind und Sonne und verfügt über bezahlbare Werften und Marinas und halbwegs günstige Flüge nach Deutschland.
Trotzdem konnten wir uns von Grenada nur schwer trennen. In der Regenzeit beherbergt die Insel eine große Flotte von Fahrtenseglern, die sehr gut organisiert sind. Es gibt praktisch jeden Tag Events wie Cricket- und Domino-Turniere, Hashes, sowie Veranstaltungen der Marinas wie

Grenada says thank you for the US invasion

Grenada says thank you for the US invasion

Filmvorführunge, Grillfeste usw. Zudem hatten wir auf dem Hash Lucia kennen gelernt. Lucia ist halb guatemaltekischer und halb österreichischer Abstammung und überaschte mich auf dem Hash mit einer Deutschen Ansage, nachdem ich mich schwitzend und nach Atem ringends darüber beschwerte, dass ich selbst in Deutschland im Sommer solche Steigungen vermeiden würde. Gaylyn lud Sie flugs am nächsten Tag zum Lunch ein, bei der Gelegenheit wurde beschlossen, dass Lucia mit uns eine Sightseeing-Tour auf der Insel veranstalten würde. Im Gegenzug würden wir Sie und Ihre grenadische Familie auf eine Inselrundfahrt im Boot ausführen.

Britney, Lucia, Gaylyn and Rahanna

Britney, Lucia, Gaylyn and Rahanna

Also wurde nächstentags der Anker gelichtet und in der nahen Marina die Ausflugsgäste übernommen. Kaum raus aus der Bucht fingen unsere Gäste an Ihren Entschluss zu bereuen. Die Südspitze von Grenada ist der Atlantikdünung voll ausgesetzt und für die erste halbe Stunde gab es echtes Hochsee-Feeling.
Nachdem wir ins Lee der Insel abgetaucht waren, kamen die Lebensgeister schnell wieder zurück und Rahanna übernahm das Ruder um uns bei steifer Brise auf Am Wind Kurs mit ordentlich Lage und Speed zum Unterwasser Nationalpark zu steuern.
Im Park sind zwischen Korallen diverse Skulpturen versenkt die Langsam zu künstlichen

Underwater scupture park

Underwater scupture park

Riffen mutieren und ein skuriles Bild abgeben. Es geht darum den Besuchern das Leben mit und in der Natur künstlerisch nahe zu bringen. Eine wunderbare Erfahrung.
Die Inselrundfahrt am Tag darauf war ebenfalls bemerkenswert. Grenada hat einiges zu bieten: Brandungsumtoste Strände im Osten, Berge und Regenwald im Zentrum und Badestrände mit ruhigem, klaren  Wasser an der Westküste. Nebenbei wurde eine noch in Betrieb befindliche Rumdistillerie besucht, wo die Produktion noch so betrieben wurde wie zu Kolonialzeit.
Unser Aufbruch nach Curacao wurde noch einmal verschoben, weil Gaylyn Ihren Geburtstag verständlicher weise lieber auf Grenada als mitten im karibischen Meer begehen wollte. Dazu wurde in der Hauptstadt in einer schicken  Marina mit Pool und allerhand anderem Luxus eingecheckt. Abends gab es einen Überflieger durch die karibische Küche. Patricks in St. Georges bietet ein Tapas-Dinner an, welches aus einer vielzahl von lokalen Gerichten besteht.

Entering Willemstad, Curacao

Entering Willemstad, Curacao

Am 13. ging es dann endlich los Richtung Curacao. Drei Tage offene See, 20-30 kn Wind und zunehmend hohe Wellen von hinten. Der Kurs war so gelegt, dass wir weit entfernt von den venezuelanischen Inseln und der Küste segelten. Trotzdem wurden wir Nachts von der Venezuelanischen Marine angefunkt und nach Destination und Ladung befragt. Unseren Plan, zunächst Bonaire anzulaufen gaben wir auf, nachdem der Kurs zum einzigen Ankerplatz der Insel uns von widrigen, starken Winden versperrt wurde.
Curacao ist eine angenehme Überraschung. Zum Einen ist es sehr europäisch (holländisch) geprägt – die erste Insel in der Karibik, auf der man plötzlich nicht mehr das Dritte-Welt-Gefühl hat. Trotz der bunten Bevölkerungsmischung ist alles zumindest ein

Qi high & dry

Qi high & dry

bischen so wie man es von zuhause kennt. Nach mittlerweile 6 Monaten in der Karibik tut das einfach mal wieder ganz gut. Zum anderen gefallen mir die starken südamerikanischen Einflüsse, überall hört spanisch und lateinamerikanische Musik. Ich stelle fest, dass mit die südamerikanische Mentalität einfach besser gefällt als die karibische. Der schwimmende Markt in Willemstad ist mein Lieblingsort. Hier liegt der ganze Pier voll mit kleinen hölzernen Seelenverkäufern aus Venezuela die alles an Gemüse und Früchten verkaufen, was das Land hergibt.
Etwas problematisch war bis zuletzt noch die Frage, ob Qi hier aus dem Wasser kommt. Die Werft hebt die Boote mittels eines Trailers aufs Trockene und es war nicht ganz klar ob das mit unserem Boot gelingen wird, weil wir einen recht sperrigen Flügelkiel haben. Wir haben es heute – am Abflugtag probiert und es ist gelungen. So sitzen wir nun in der Hitze auf dem Trockenen und schlagen die Zeit bis zum Ablug tot…

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One Response to High & Dry II

  1. Tina says:

    Hey, warm welcome in cold and rainy Germany… könnt ihr euch überhaupt noch auf ebenen Boden bewegen? Freue mich auf unser Wiedersehen, bin total gespannt auf eure Geschichten und es ist schön, dass ich endlich Gaylyn kennen lerne… wird ja auch mal Zeit! Alles Liebe, genießt die frische Sommerbrise im hohen Norden, un abbraccio aus MUC, Tina

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