Öffentlich

Eigentlich wollte ich langsam einmal etwas über meinen Heimaturlaub zum Besten geben. Mittlerweile bin ich seit 3 Wochen in Deutschland und es gäbe durchaus das Eine oder Andere zu berichten. Allerdings ist nicht alles nur eitel Sonnenschein – nicht zuletzt bin ich ja nicht nur der angenehmen Dinge wegen hier, sondern auch um ein paar unangenehme Dinge zu regeln. Dazu gehören neben Zahnarzt-Besuchen auch die Auseinandersetzung mit der Liquidation meiner Firma.
In Deutschland zu sein, heisst auch online zu sein. Information aus dem Internet ist plötzlich wieder unmittelbar verfügbar und alles was mich interessiert kann direkt via Google, Wikipedia usw. erforscht werden. Auf dem Boot kommen solche Fragen erst einmal auf die lange Liste der Todos für die nächste Internet-Session.

So ist auch der Überwachungsskandal auf einmal sehr präsent und als IT-Mensch ist mir auch unmittelbar klar, was das für mich bedeutet.
Irritiert bin ich allerdings von der Gleichgültigkeit, mit der die Menschen hier dem Thema begegnen. Im Grunde scheint niemand Lust zu haben, sich damit auseinander zu setzen und die  Einziehung der durch die Verfassung garantierten Rechte durch eine fremde Macht – vermutlich in Zusammenarbeit mit oder zumindest toleriert von unseren eigenen Geheimdiensten wird stumm hingenommen. Dass Merkel und Co das so handhaben würden war ja zu erwarten, aber dass die Deutschen selbst so wenig Wert auf Privatsphäre legen finde ich erschreckend. Dass es wirklich etwas zu schützen gibt, ist den Menschen scheinbar nicht klar oder sie haben es schon aufgegeben. Sie scheinen bereit sich wortlos von den Rechten zu trennen, für die unsere Vorfahren hart gekämpft haben. Warum soll es uns auch besser gehen als den Chinesen?
Dabei gibt es gute Argumente, warum wir unsere Rechte schützen sollten, nachzulesen z.B. unter Spiegel Online. Dort erfährt man auch gleich noch wie man zumindest seine Mail verschlüsseln und so nicht nur seine private Kommunikation schützen, sondern auch die ‘Freunde’ von der NSA beschäftigen kann. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als eine Spamwelle aus stark verschlüsselter Mail, die die Superrechner der  Agentur auf Jahrzehnte auslastet. Am besten versehen mit auffälligen Betreffzeilen, die die Datenschnüffler zum Wahnsinn treiben.
Ich jedenfalls habe mir die Software zur Verschlüsselung erneut installiert und warte nun händeringend darauf, dass auch der Rest der Welt anfängt seine Kommunikation zu schützen. Als notorisch paranoider IT-Fuzzi habe ich das natürlich alles schon lange geahnt, Leider habe ich damals außer einem anderen ebenfalls paranoiden IT-Spezi aber keine Kommunikationspartner gefunden, mit denen ich vertraulich kommunizieren konnte und habe es schnell wieder aufgegeben.
Übrigens legt selbst unser in dieser Angelegenheit ansonsten nutzlose Aussenminister seinem Wahlvolk nahe ihre Kommunikation durch Verschlüsselung zu schützen. Offensichtlich sieht er keine Möglickeit selbst etwas für uns zu tun. Meinen öffentlichen Schlüssel habe ich jedenfalls in den einschlägigen Schlüsselverzeichnissen und auf meiner Website hinterlegt und hoffe der NSA demnächst mit starker Kryptographie auf die Nerven gehen zu können.
Dieser Artikel hingegen stellt eine bewußte öffentliche Meinungsäußerung dar, die auch die Geimdiesnte dieser Welt zur Kenntnis nehmen dürfen. Mal sehen, ob ich damit schon mein angestrebtes US-Visum für die Besegelung von Puerto Rico und der US Virgin Islands verspielt habe. Sonst bleibe ich halt etwas länger auf Cuba und Hispaniola. Das ist zwar auch nicht gerade die Freie Welt aber die unterdrücken wenigstens nur ihre eigenen Untertanen.

Weiterführende Links

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Spiegel Online Artikel zur Verschlüsselung

Mail Verschlüsselung für Outlook und Co

Mail Verschlüsselung mit MAC OS

 

 

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One Response to Öffentlich

  1. Matthias Schildt says:

    Dear Thomas & Gaylyn,

    the year’s coming to an end without a physical reunion, but Dagmar and I trust that 2014 will be a lot different – at least in terms of travelling …

    2013 was not too easy on us: four (!) funerals, starting with my best friend Angel (my age), followed by Dagmar’s mom (90), another friend of mine whom we lost to Parkinson, and finally his son who didn’t reach 30 …

    Then both my daughters lost their accomodation this September. The good news that they finally found a reasonably priced flat they can move in January (right around the corner to my dwelling place!!!) is but a week old.

    And there were more good news: My younger daughter Pauline, now age 19, had abandoned school at O-level and gone to Sweden for 2 and a half years to work at a shipyard. Now she’s found a vocational training at a Hamburg theatre (Thalia) where she’s trained to become a metalworker! And Anna is almost done with her psychology studies here at Hamburg U, working at a hospital on the side.

    We wish you and your family a glorious New Year!!
    All the best from Dagmar and me!

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