Kreative Pause

Es war eine Weile Pause auf dem Blog. Leider ist es ja so, dass ich mich immer noch im Kampf mit Gewissen Elementen befinde (nein nicht mit DEN Elementen), die mich um größere Vermögenswerte (meine Firma) erleichtern wollen, ohne einen angemessenen Gegenwert zu leisten. Es gilt also ‘Feind hört mit’ und das ist auch schon der Hauptgrund, warum ich in den letzten Wochen nichts veröffentlicht habe.Über diese Zusammenhänge werde ich beizeiten ausführlich berichten.

 

Mittlerweile bin ich natürlich nicht mehr in Deutschland. Da wir immer noch mitten in der Hurricane-Saison sind, gibt es aber nur eine überschaubare Anzahl von Zielen im sicheren Bereich. Es fällt mir daher nicht schwer, mich in der Nähe von Internationalen Flughäfen aufzuhalten, damit ich in der Lage bin zügig einzugreifen, wenn die Situatiuon es erfordert.

Die 8 Wochen in Deutschland haben Gaylyn und mir viel Spass gemacht. Vor dem Abflug in Curacao habe ich mich noch danach gesehnt endlich einmal nicht mehr schwitzen zu müssen. Der Wunsch wurde in Deutschland prompt erfüllt – es war uns vergönnt die ersten 3 Tage bei Temperaturen von 15° vorm knisternden Kaminfeuer zu verbringen. Danach zog dann zügig der Sommer ein und war uns nach den kalten Tagen auch willkommen. Insgesammt wurden es dann fast 8 Wochen bei meiner Schwester in Rade. Einen besseren Ort hätten wir uns nicht wünschen können. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen, hatten unser eigenes Reich im Keller (The Dungeon) und konnten tagein-tagaus mit Dagmar und Lauras Riesenschnauzern den deutschen Wald durchstreifen, Beeren sammeln und generell das Grün und den deutschen Sommer geniessen.

Gaylyn durfte die Küche kampflos übernehmen und sorgte fortan zu ihrer und unserer Freude für das leibliche Wohl des gesamten Hausstandes. Zudem fand Gaylyn Gefallen an meiner früheren Lieblingsbeschäftigung, dem Bogenschießen, so dass wir 2 mal die Woche im Parcours unterwegs waren und alles umgenietet haben, was auch nur entfernt wie ein Gummitier aussah. Nebenbei habe ich mich gefreut alle meine Freunde einmal wieder zu treffen. Es wurde reichlich gefeiert, speziell unser Abschied wurde durch die spontane Umbuchung der Flüge ausführlich und mehrfach zelebriert.
Die Rückkehr nach Curacao fiel uns denn auch schwer, nicht zuletzt auch weil wir wussten was uns bevor stand: Übelste Fronarbeit in der sengenden Sonne von Curacao. So war es denn auch, aber nach gut einer Woche Schleifen, Kratzen und Streichen war das Boot bereit wieder ins Wasser zu kommen. Etwas erleichtert wurde die harte Arbeit durch eine allabendliche Chillout-Session am Strand von Curacao. Am 28.08. waren die Arbeiten am Rumpf erledigt und das Boot wieder im Wasser.

Wir hatten schon eine Weile gehadert, ob wir Bonaire einen Besuch abstatten sollten und  die überwältigende Mehrheit der dazu befragten war der Meinung, dass man die Insel absolut nicht auslassen könnte. Hinzu kam, dass kaum im Wasser, ich Gelegenheit hatte Gijs – einen Rigger – den Mast hochzuziehen und einen Blick auf meine Wanten und Stage werfen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit wurde erkannt, dass mein Backstag erneuerungsbedürftig war. Die nötigen Teile waren in den USA zu bestellen, so dass unser Aufenthalt sich um gut 2 Wochen zu verlängern drohte. Da gleichzeitig ein Wetter-Fenster (in dieser Gegend seltene Süd-Süd-Ost Winde) für die Überfahrt nach Bonaire sich auftat, wurde beschlossen, die Wartezeit auf Bonaire zu verbringen.
Am 30.08 frühmorgens um 5:00 Uhr wurden die Leinen im Curacao Marine Boatyard losgeworfen und die Lagune, die den Hafen von Wllemstad bildet verlassen. Auf den Weg durch den Kanal begegnete uns ein grosses Containerschiff, so dass wir uns dicht an den Rand des Fahrwassers drängen mussten um den Schleppern nicht in die Quere zu kommen. Danach ging es unter Motor 12 Meilen gegen Wind und Strom zur Süd-Ost-Spitze der Insel bevor wir die angekündigten günstigen Winde für die Überfahrt unter Segeln nutzen konnten.
Bonaire ist die Insel der Taucher. Das Wasser ist kristallklar und nirgends um die Insel herum darf geankert werden, so dass die Korallenriffe bestens geschützt sind. Stattdessen liegen die Boote alle vor Kralendijk an Bojen. Wo immer man (auf der dem Wind abgewandten Westseite) ins Wasser springt findet man ein Korallenriff und an vielen plätzen eine Boje um das Boot oder das Dinghy für einen Tauchgang fest zu machen.

Leider haben sich meine in Deutschland durchgeführten umfangreichen Zahnreparaturen als nicht ganz perfekt herausgestellt, so dass schon auf dem Heimflug nach Curacao Schmerzen auftraten, die mit dem Luftdruck in zusammenhang zu stehen schienen. Wahrscheinlich ein beleidigter Nerv. Das wiederholte sich nach dem ersten Schnorchelausflug auf Boinaire, so dass ich aktuell vermutlich der einzige Taucher auf der Insel bin, der nicht taucht.  Stattdessen trainiere ich fleissig meine Apnoe-Fähigkeiten. Gestern habe ich mal meine neue Taucheruhr mitgenommen und bin auf stolze 10m Tiefe gekommen. Da mein empfindlicher Nerv diese Rekordtiefe bislang unkommentiert gelassen hat, fühle ich mich langsam geheilt und tauche vielleicht doch noch.. Zunächst gibt es aber Dienstag noch einmal enen Apnoe-Kurs auf der Insel, mal sehen ob ich mit professioneller Anleitung die 10 m nicht auch noch knacken kann. Wozu soll ich dann noch mit Flasche tauchen ?

Nebenbei haben wir die mittlerweile fast 2 Wochen auf der Insel fleissig am Boot gearbeitet. Gaylyn hat ihre Leidenschaft fürs Nähen entdeckt und neben Windhutzen für die Decksluken entstehen textile Produkte am laufenden Band. Ich habe mich meiner Bootstechnik zugewand und diverse überfällige Reparaturen durchgeführt. Außerdem haben wir nun ein aktives AIS, so dass wir endlich von der Berufsschiffahrt nicht mehr nur auf dem Radar wahrgenommen werden, sondern die Navigationssysteme penetrieren.  Damit läßt sich auf Wache erheblich ruhiger Schlafen 😉 und außerdem kann Qi nun bald auf einschlägigen Websites wie Vesselfinder geortet werden.

Dagmars Schnauzer Don Camillo verdient an deser Stelle noch einen Nachruf, er war uns in der Zeit in Rade sehr ans Herz gewachsen. Kurz vor Abflug kam dann die traurige Diagnose – Krebs im fortgeschrittetenen Stadium. Mittlerweile hat er es hinter sich. Wir freuen uns, dass wir ihm noch eine schöne Zeit mit täglichen Ausflügen und Wanderungen  bescheren konnten…

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