Ciudad Perdida

Unsere letzten Projekte in Kolumbien sind die Ausrüstung des Bootes mit Solarenergie und die Wiederentdeckung der verlorenen Stadt (Ciudad Perdida). Die Installation eines

Der Plan

Der Plan – so geht es zur verlorenen Stadt

Geräteträgers am Heck mit 300 Watt Solar Paneelen hatte ich schon gleich nach Ankunft vereinbart. Zwar musste ich 50% direkt bezahlen, habe das aber mit einer Vereinbarung verbunden, dass wenn die Installation nicht am 15.11 (mittlerweile gestern) abgeschlossen ist, ich mein Geld zurück bekomme. Seitdem ist es der Running Gag hier in der Marina und alle machen sich lustig, denn es geht nichts voran. Vorgestern (14.11) wurde dann tatsächlich der Geräteträger schon mal aufgestellt. Heute muss er angemessen befestigt werden, dann müssen noch die Pannels und der Regler installiert und angeschlossen werden. Mal schauen..
Die verlorene Stadt ist eine Siedlung der Tayrona Indianer. Sie war von 700 bis 1650 nach

Unterwegs, chillen im Camp

Unterwegs, chillen im Camp

Christi bewohnt. Danach war die Stadt ein paar hundert Jahre verlassen, bevor sie 1973 offiziell wieder entdeckt wurde. Leider war sie zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Jahre lang geplündert worden, so dass 70% wiederaufgebaut werden musste.
Um die verlorene Stadt zu besuchen, setzt man sich in einen Geländewagen und wird nach ein paar Stunden gut durchgeschaukelt in dem kleinen Bergdorf Mamey ausgespuckt. Von dort aus geht es 22.3 km zufuß durch Berge, Urwald, Wildbäche, Schlamm, Moskitos und Sandfliegen zum letzten Camp. Danach ist das Ziel nur noch einen Kilometer und gut 1200 Treppenstufen (300 Höhenmeter) entfernt.
Weicheier wie wir buchen die 5 Tage Tour, die einem auf dem Hinweg 3 Tage Zeit läßt um das letzte Camp zu erreichen, Hardcore Hiker machen die Tour in 4 oder 3 Tagen. Der erste Tag war ein guter Vorgeschmack auf das was vor uns lag. Durch verschiedene kleine Mißgeschicke bei der Anreise verzögerte sich der Abmarsch unserer

nnBerglandschaft auf dem Weg zur Ciudad Perdida

nnBerglandschaft auf dem Weg zur Ciudad Perdida

Gruppe bis gegen 15:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein starker Regen eingesetzt und der erste Fluß, den es zu überqueren galt war stark angeschwollen. Daher entschieden die Guides, die beiden ersten Querungen kurzerhand zu umgehen. Einer der Führer ging voran und beseitigte mit der Machete das Unterholz und wir wurden Querfeldein durch die Pampa geführt. Mittlerweile war niemand mehr trocken oder sauber, denn es ging im strömenden Regen schlammige Hänge teils auf allen Vieren hinauf und wieder hinab.
Das war auch deshalb problematisch, weil es uns eine gute Stunde Umweg einbrockte und dafür sorgte, dass das Camp 1, in dem wir übernachten sollten erst eine Stunde

Kurz vorm Ziel - one more river to cross

Kurz vorm Ziel – one more river to cross

nach Einbruch der Nacht erreicht wurde. Diese letzte Stunde verbrachten wir auf einem steilen, lehmigen, sehr rutschigen und abschüssigem Pfad. Nachdem wir endlich angekommen waren, war die Freude über ein Dach über dem Kopf, eine Dusche, ein kühles Bier, eine Hängematte und eine Mahlzeit groß.
Meine erste Nacht in einer Hängematte verlief erstaunlich gut. Nur dass die Matten so dicht beieinander aufgehangen waren, dass man Schulter an Schulter mit dem Nachbarn schlief war störend. Sobald sich einer in seiner Hängematte bewegte, schwangen die Nachbarn mit..
Nächstentags ging es weiter, gute 7 Kilometer bergauf und bergab. Mittlerweile fand ich meine Entscheidung die Wanderung in meinen Treckingsandalen zu absolvieren nicht mehr so toll. Immer wenn der Schlamm zu tief wurde und nicht zu umgehen war hatte ich meine Sandalen voller Lehm und Geröll. Zudem war das Profil für die teils extrem rutschigen Wege nicht bissig genug.

Geschafft - Zielfoto in der verlorenen Stadt

Geschafft – Zielfoto in der verlorenen Stadt

Die Gruppe, mit der wir unterwegs waren bestand aus etwas über 20 Rucksacktouristen aus aller Herren Länder. Die meisten Mitwanderer waren weniger als halb so alt wie wir, trotzdem konnten wir uns einigermaßen im Mittelfeld behaupten. Leider wurde unterwegs ein sehr hohes Tempo aufrecht erhalten, so dass es kaum möglich war für ein Foto anzuhalten oder für eine Flußüberquerung die Schuhe auszuziehen. Die meisten stampften am Ende einfach mitsammt Schuhen und Socken durch die zahlreichen Bäche. Nach 3 Tagen hatte man sich auch daran gewöhnt morgens wieder in die nassen Klamotten zu steigen, denn Wäsche trocknen konnte man auf dem Treck nur in den wenigen sonnigen Morgenstunden, die wir aber für die Wanderungen nutzten.

Mehr Stufen in der Stadt - ndie 1200 Stufen in die Stadt sind weitaus steiler.

Mehr Stufen in der Stadt – ndie 1200 Stufen in die Stadt sind weitaus steiler.

Die Camps lagen zumeist recht idyllisch am Rande eines Wildbaches so dass man sich nach Ankunft abkühlen und vom Schlamm befreien konnte. Übel waren die Moskitos und Sandfliegen unterwegs, die sofort über alle unbedeckten Körperteile herfielen sobald man eine Pause einlegte. Die zuvor gekauften Insect-Repellents erwiesen sich zumeist als wirkungslos, nur eine Handvoll der Mitreisenden hatte den richtigen Stoff gekauft, der tatsächlich eine Verbesserung bewirkte. Die Wege waren wunderhübsch gelegen, in den ersten Tagen oft durch Weideland oder entlang Flußläufen, später durch undurchdringlichen Urwald. Jeden Tag gab es jedoch auch reichlich Höhenmeter, frustrierenderweise meist hinauf und dann wieder hinab. Glücklicherweise gewöhnt man sich mit der Zeit an die Lauferei, so dass die 3-4 Stunden strammer Marsch am 3. Tag nicht mehr weiter schwer fielen.
Am Tag 4 ging es die 1200 Stufen hinauf in die verlorene Stadt. Wunderhübsch gelegen kleben die zumeist kreisrunden aus Steinen gebauten Terrassen am Hang und überblicken

Das übliche Ciudad Perdida Foto..

Das übliche Ciudad Perdida Foto..

die herumliegenden Täler. So weit das Auge reicht sieht man nur Urwald, in den Tälern hört man die Gebirgsbäche rauschen. Skulpturen oder sonstige Kunst sieht man leider nicht. Die Bewohner stellten ihre Kunst zumeist aus Gold oder anderen Metallen her und die kann man am ehesten im Museo del Oro in Bogota besichtigen. So ist die Ciudad Perdida zwar beeindruckend aber am Ende ist einmal mehr der Weg das Ziel.
Nach dem Abstieg wurden wir im Camp wie gewohnt einfach aber schmackhaft abgefüttert und dann ging es gut 7 Kilometer zurück in das Camp Nr. 2. Am 5. und letzte Tag lagen dann noch einmal 15 Kilometer an. Früh morgens um 6:00 Uhr ging es los, um 9:00 war das Camp 1 erreicht. Hier zeigten dsich bei den meisten nbereits deutliche Ermüdungserscheinungen, denn wir hatten ein hohes Tempo angelegt. Eine Stunde später ging es weiter, 8.3 Kilometer waren noch zu überwinden. Am Ende wurde jeder der in El Mamey ankam, von den bereits angekommenen mit Applaus begrüßt. Die meisten waren wie wir so ziemlich am Ende ihrer Kräfte. Das ewige auf und ab in oft schwerem Gelände stellt hohe Anforderungen an die Muskulatur und die Gelenke. Für den Rest des Tages wurde jeder nicht unbedingt nötige Gang vermieden. Gaylyn, die ansonsten sehr gut durchhielt hatte an diesem Tag ein leichtes Fieber und war absolut am Ende ihrer Kräfte. Insgesamt sind wir so froh darüber es getan zu haben wie wir froh sind es hinter uns zu haben. Jetzt heisst es seine Wunden lecken und die vielen Blasen, Abschürfungen und Insektenstiche sowie die wunden Gliedmassen zu pflegen.
By the way, die Mechaniker sind inzwischen (13:00) wieder aufgeschlagen. Vielleicht gibt es doch noch billigen Solarstrom auf dem Weg nach Jamaika..

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