QI@05°09’N 82°44’W 26.04.2014 08:00 UTC-5

Gestern haben wir den Wind leider erst gegen 20:00 Uhr gefunden. Den Tag verbrachten wir zunaechst unter Motor laufend bis wir gegen 12:00 Uhr beschlossen, dass nun genug Diesel verbrannt ist. Danach duempelten wir zumeist antriebslos dahin. Gegen Abend schauten wir uns auf dem Computer einen Film (Walt Disney, Frozen) an waehrend sich Qi in einer widrigen Stroemung seit Stunden nach ONO bewegte – zurueck nach Panama. Puenktlich zum Ende des Filmes sprang der Wind an und wir verbrachten die Nacht bei zumeist 6-8 kn Wind aus unterschiedlichen Richtungen. Aktuell bewegen wir uns bei 7-8 kn Wind aus SE langsam (3 kn) Richtung 220°. Im Osten haben sich ein paar haessliche Wolken zusammengerottet aus den vereinzelt gedaempft Donner herueber schallt. Bisher mussten wir gluecklicherweise keine dieser Gewitterzellen durchqueren.
Aktuell haben wir nach knapp 4 Tagen auf See gut ein Drittel der Strecken nach Galapagos zurueck gelegt. Laut Computer haben wir 360 sm zurueckgelegt, Dank der Schlenker und Piroutetten im Kurs aber nur 280 sm gut gemacht (auf der direkten Linie dem Ziel genaehert). Ein Drittel hoert sich im Prinzip nicht so schlecht an, aber jetzt kommen wir (hoffentlich) in die S-Winde und werden viel kreuzen muessen, also noch mehr Zeit auf Zick-Zack Kursen verbringen.
Das Warten auf den Wind lehrt uns Demut. Dauernd werden die Segel neu eingestellt, der Genacker gesetzt der Windpilot neu eingestellt. Immer ist es nach ein paar Stunden, oft schon nach 20 Minuten wieder vorbei und es wird neu konfiguriert, gerefft oder der Motor angeworfen. Dazwischen haben wir ganze Naechte und halbe Tage treibend verbracht. Wenn man in die richtige Richtung treibt, ist das ja noch auszuhalten, wenn es zurueck nach Panama geht, muss man sich schon irgendwie beschaeftigen, um nicht komplett frustriert zu werden. Unsere 8 stuendige ONO-Drift gestern bescherte uns einen Kringel von gut 5 sm Durchmesser in unserer Track. Bei den vorherrschenden schwachen Winden dauerte es mehr als eine Stunde die gedriftete Strecke wieder aufzuholen. Wenn man die bisherige Geschwindigkeit auf die Gesamtstrecke hochrechnet kommt man auf einen ETA in Polynesien irgendwann Ende Juni, Anfang Juli. Der Horror…
Neulich habe ich mir zum ersten Mal die Muehe gemacht das Manual meines elektrischen Autopiloten zu studieren. Sinn der Uebung war, die Energie effizienteste Einstellung zu finden, denn in den leichten Winden mit denen wir hier zu kaempfen haben ist unser Windpilot keine grosse Hilfe. Die Erklaerung der Einstellungen war leider sehr kurz und technisch gehalten, so dass sich nicht allzuviel Erkenntnisgewinn einstellte. Allerdings bin ich dabei noch einmal explizit mit der Nase darauf gestossen worden, dass das Geraet eine Funktion hat, einen Winkel zum Wind im Gegensatz zum Kompasskurs zufolgen. Da ich in den ueber 2 Jahren in denen ich das Boot besitze nie ueber einen Windsensor fuer den Autopiloten gestolpert bin, war ich automatisch davon ausgegangen, dass die Funktion nicht verfuegbar ist. Heute morgen beschloss ich endlich, den rationalen Denkansatz beiseite zu legen und meiner Neugier zu folgen. Seit einer halben Stunde steuert der Autopilot das Bootnach dem Wind. Haette ich au

ch schon mal frueher ausprobieren koennen…

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