QI@04°37’N 83°07’W 27.04.2014 08:28 UTC-5

Die Suche nach dem Wind nimmt kein Ende. Jedes mal wenn es weht, denkt man: Das ist er endlich, der Wind der uns nach Galapagos bringt und dann, ein paar Stunden spaeter wenn man Glueck hat, wird er langsam immer duenner, bis man zuletzt wieder dahinduempelt, die See wie Oel oder schlimmer, noch bewegt von der Brise, das Boot antriebslos und wild schaukelnd.
Unsere Planung, die Grundlage fuer die Entscheidung aufzubrechen beruht auf den Wetterinformationen der Amerikanischen meteorologischen Behoerde. Sie sahen fuer das Seegebiet zwischen Panama und Galapagos grossflaechig suedliche Winde um die 10 kn vor. Nicht optimal aber besser als kein Wind, dachten wir und das Seegebiet hat schon seit Jahrhunderten die Segler mit seinem unbestaendigen Wetter zum Wahnsinn getrieben. Es gibt Segler in Panama, die schon seit Jahren auf das richtige Wetterfenster warten. Nachdem wir uns tagelang in dem betreffenden Gebieten herumgetrieben haben ohne den Wind vorzufinden, haben die Amis ihre Prognose inzwischen angepasst. Kein Wind bis Dienstag. Danke dafuer. Wir hangeln uns dieweil von Regenboe zu Regenboe voran und versuchen jede Brise zu nutzen, die sich bietet. Dann wieder treiben wir, oft langsam zurueck, denn noch schwerer vorauszusagenals die Winde scheinen die Stroemungen. Mittlerweile begruessen wir die grossen Regenwolken, die uns zwar heftig

e Guesse aber auch kurzlebige aber starke Winde bescheren. Bisher haben wir gluecklicherweise keine Gewitter angetroffen,zwar blitzt es oft um uns herum aber nur in den hohen Schichten der Wolken.
Gestern Nacht haben wir uns wieder treiben lassen (7 sm zurueck Richtung NNO) und eine DVD angeschaut. Das war surreal. Der gestrige Film (Collisions) entfuehrte uns in die marrokanische Wueste, wo ein wahllos zusammengewuerfelter Haufen von Charaktaeren einige recht boese Interessenkonflikte zu bewaeltigen hatten. Der Film nimm einen gefangen und entfuehrt einen aus der Realitaet des Pazifik, bis einen der Abspann abrupt wieder in der Realitaet aufschlagen laesst: Ach ja, wir sind ja auf dem Ozean, hunderte Meilen entfernt von jeglicher Zivilisation, isolierter noch, als die Figuren im Film. Reduziert auf 14 x 4 Meter Flaeche, 2 Personen und ein Boot voller Technik, die staendig droht auszufallen. Wenn man darueber nachdenken moechte, gibt es immer haufenweise Szenarien, die die Situation von einer suboptimalen aber selbstgewaehlten in eine bedrohliche ueberfuehren. Was wenn der Generator ausfaellt und die Lichtmaschine schwaechelt? Was wenn ein Blitzschlag die ganze Elektrik zerst

oert? Was wenn ein Seeventil bricht und Wasser eindringt? Was wenn wir einen der vielen treibenden Baumstaemme rammen? Was wenn der Wassermacher ausfaellt….
Ich bin jedenfalls immer noch auf der Suche nach dem inneren Gleichgewicht und der Gelassenheit die so viele Berichte von Ozeanbezwingern durchdringt, Es faellt mir schwer die Unbillen der Natur und der Technik zu ertragen. Bis Galapagos habe ich noch einige Tage Zeit daran zu arbeiten.

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