Notlandung – Directors Cut

Jetzt noch einmal ganz langsam und in Farbe: Wir sitzen mal wieder fest. Das haben wir ja schon in Panama bis zum Exzess durchgezogen. Hier hoffen wir es etwas kürzer fassen zu können.

Abschied von den Las Perlas

Abschied von den Las Perlas

Es begann alles ganz wundervoll, unsere etwas überstürzte Abreise aus Panama, dann die totale Entspannung in den Las Perlas Inseln. Eigentlich schade, dass wir nicht mehr Zeit dafür hatten. Die Inseln sind wunderschön und das Wenige was wir zu sehen bekommen haben war paradiesisch und trotz des Oster Wochenendes war niemand dort. Die Panamenier fahren alle nach Contadora, die einzige nennenswert bewohnte Insel der Las Perlas. Lustig war auch, dass wir als eines von zwei Booten Brizo dort trafen – Bekannte aus dem Kanal. Wir fuhren

Brizo unterwegs in den Pazifik

Brizo unterwegs in den Pazifik

zusammen los, verloren uns aber zügig aus den Augen und dem Funk, denn Brizo konnte Dank eines Verbrauchs von nur 2 L/h wesentlich mehr Motoren als unser 5 L/h Schluckspecht. Eigentlich war es beschlossene Sache, Galapagos links liegen zu lassen. Als nach 7 Tagen auf dem Pazifik frisches Obst und Gemüse zu Ende gingen, war Gaylyn aber ohnehin sehr durchaus geneigt, einen Emergency Stopover zu versuchen.
Als wir gerade begannen uns im Hier und Jetzt so richtig wohl zu fühlen und das Segeln (nach den langen Flauten Tagen am Anfang) zu genießen kam die Ernüchterung.

Pazifische Begleiter

Pazifische Begleiter

Eine gebrochene Want ist keine gute Nachricht. Wenn man Pech hat, kann es einem den ganzen Mast umlegen und das ist dann ein teurer Spaß und zumeist wird das Boot dabei noch zusätzlich beschädigt, wenn man Pech hat wird jemand verletzt. Wenn es weit genug draußen passiert, ist es eine echte Notsituation. Mein Aktionsradius unter Motor beträgt ca. 600 sm – zu den Marquesas sind es 3000 sm.
Daher waren wir heilfroh, dass der Mast noch stand, wir noch genug Diesel im Tank hatten um nach Galapagos zu motoren und dass

Want Kaputt

Want Kaputt

das Unglück schon dort und nicht erst später weit draußen im Pazifik passiert ist. Gerade haben wir von einem Boot gehört, welches aktuell eben das Problem hat. Es hat 3 Tage entfernt Richtung Marquesas den Mast verloren.
Zunächst waren wir einmal ein wenig gestresst, wie unsere Einreise nach Galapagos verlaufen würde. Die Behörden schicken schon mal ein Boot wieder hinaus auf See, wenn ihnen der Bewuchs des Unterwasserschiffes nicht gefällt. Für Emergency Stopovers gelten strenge Bestimmungen. Max 3 Tage und man darf nicht an Land. Am Ende ging es nach Zahlung von gut 865 US$ relativ entspannt über die Bühne. Das Unterwasserschiff wurde akzeptiert (wir waren extra noch einmal im offenen Pazifik ins Wasser gesprungen um ihm den letzten Schliff zu geben) und bis auf das fehlende

Begrüssungskommittee

Begrüssungskommittee

Fumigation Zertifikat war auch sonst alles in Ordnung. Heute werden wir noch einmal ausgeräuchert (Fumigation) und dann sind wir gut für 20 Tage.
Die Insel (aktuell Santa Cruz) sind schon ziemlich speziell. Kaum geankert wurden wir schon von Schildkröten begutachtet, unter dem Boot schwimmen ständig ein paar Baby Blacktip Haie und und am Anleger sonnen sich die Seelöwen. Auf dem kleinen Fischmarkt wo gerade wunderbar lecker aussehende riesige Yellowfin Tunas zerlegt wurden, lauerte ein weiterer Seelöwe – sein Kopf fast auf dem Tisch – auf Abfälle und die Pelikane ruhen sich schon mal mitten auf der Strasse aus und müssen durch nachhaltiges Hupen dazu bewegt werden den Autos Platz zu machen.

Pazifischer Besucher

Pazifischer Besucher

Überhaupt sind die Vögel auf Galapgos ziemlich einmalig. Heute Vormittag, konnten wir eine Gruppe kleiner Seevögel beobachten, die flügelschlagend über das Wasser liefen und dabei konstant Dinge von der Oberfläche aufpickten. Schon unterwegs hatten wir ein paar Besucher, einer war dreist genug bis in Cockpit vorzudringen.
Aktuell sind wir einerseits neugierig auf die Inseln und haben vor ein paar Ausflüge zu buchen, andererseits besorgt über den Zustand und dir Reparatur des Rigs. Es bleibt also spannend..

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Babz Blacktipp duscht im Generator Kühlwasser

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