News from Paradise

Jin Chasing Stingrays and sharks in Moorea

Jin Chasing Stingrays and sharks in Moorea

Kinder wie die Zeit vergeht! Gerade sehe ich, dass mein letzter Blog noch von den Tuamotus berichtet. Das war Juli und nun neigt sich der August dem Ende zu und es sind ja durchaus ein paar berichtenswerte Ereignisse vorgefallen.
Es macht aber wirklich keinen Spass zu Bloggen, wenn man um jede Online-Minute kämpfen muss. Das läuft hier nämlich folgendermassen ab:
Internet-Provider sind Mananet, Iananet oder WDG. Wenn man irgendo ankommt schleppt man also erst einmal den Rechner ins Cockpit und schaut, welches WLAN man empfangen kann. Am besten versucht man gleich mal die Login-Seite zu öffnen, wenn das schon fehlschlägt braucht man garnicht erst weiter zu machen. Bei Erfolg gilt es entweder an Land einen Laden zu finden, der Vouchers für das Netzwerk der Wahl verkauft, oder online via Kreditkarte Minuten zu erwerben. Der übliche Tarif liegt bei 4.20€/Stunde. Leider wird die Hälfte der erworbenen Online-Zeit dann aber mit warten, Verbindungsabbrüchen oder ähnlichem verplempert. Der effektive

Beauty Light in Moorea

Beauty Light in Moorea

Online-Tarif liegt also näher bei 8€/Stunde. Glücklicherweise kann man sich die Wartezeit damit vertreiben sich die zumeist atemraubend schöne Kulisse anzuschauen.
Wir hatten eine eher gemächliche Überfahrt von Fakarawa nach Papeete/Tahiti. Der beliebteste Ankerplatz liegt mittlerweile im Süden von Papeete, nahe der Marina Taina. Zwar kann man noch wie früher am Stadt-Pier von Papeete liegen, das kostet aber mittlerweile ganz ordentlich und wer liegt schon gerne mitten im Industrie- und Fährhafen. Weiter südlich nahe der Marina Taina liegt man sehr idyllisch hinter dem Saumriff in klarem Wasser mit Sicht auf Moorea. Der Ankerplatz beherbergt geschätzt knapp 100 Boote, vermutlich die größte Ansammlung von Cruisern seit Martinique. So war es keine große Überraschung, dass wir auf Anhieb viele Freunde und bekannte unter den Booten ausmachen konnten. Gaylyn unternahm gleich am ersten Morgen einen “kurzen” Ausflug mit dem Kajak und kam Stunden später mit den neuesten Nachrichten von diversen Booten zurück.

Raiatea Walk

Raiatea Walk

Daher war es nahe liegend, dass unsere latenten Hochzeitspläne hier deutlich realer wurden. Der Plan war eigentlich, dort zu heiraten wo es hinreichend schön und irgendwie richtig erschien. Nun wurde Moorea als Kulisse für die Feier auserkoren, die Insel präsentierte sich am Horizont in ihrer ganzen Schönheit und wir waren guter Hoffnung reichlich Freunde dort anzutreffen.
Zunächst galt es aber die Ankunft unseres Gastes abzuwarten. Wir hatten Jin (eine Singapur-Chinesin in Neuseeland und den USA aufgewachsen) in Kolumbien auf der Exkursion zu Lost City kennengelernt und (wie so viele) spontan eingeladen uns in der Südsee zu besuchen. Als echter Traveler hat sie die Gelegenheit unmittelbar am Schopf gepackt..
Mittlerweile schritt die Hochzeitsplanung fort. Unsere finnischen Freunde von Homeless sowie die Crew von Kwispel und Nana Parai organisierten spontan eine

Junggesellen Abschiedsparty

Junggesellen Abschiedsparty

Junggesellen Abschiedsparty in der Marina. Kara von Kwispel sang uns Opera und Johanna von Homeless gelang es einen der Ober zu überzeugen mit Kara zusammen ein paar Lieder im Duett vorzutragen. Wir hatten einen wundervollen Abend mit vielen Freunden.

Tim von Resolute war auserkoren worden, die Hochzeits-Zeremonie durchzuführen. Er ist Mitglied des Ministry of the Church of Life – eine Gemeinschaft der man für ein paar Dollar online beitreten kann und wurde fortan nur noch als Reverend Tim gehandelt. Da er seine Mutter als Gast an Bord hatte und ihr Moorea zeigen wollte reiste er schon früher ab und versprach Moorea für uns zu erkunden und den besten Spot für die Hochzeit auszumachen. Leider ging er uns zwischenzeitlich verloren. Er war in einen kleinen Pass an der Westseite der Insel eingelaufen und war nicht mehr zu erreichen. Als wir ein paar Tage später am Dienstag nach Moorea segelten waren die Bedingungen (Hohe Welle, starker Wind) nicht geeignet in den uns unbekannten Pass einzulaufen und Reverend Tim war weder per Telefon noch per Funk zu erreichen.

Hochzeitsgeschenk von Homeless - finnisches Hausgebräu

Hochzeitsgeschenk von Homeless – finnisches Hausgebräu

Wir

liefen stattdessen in die Opunohu Bucht im Nord-Westen der Insel ein und fanden dort diverse befreundete Boote und einen hübschen kleinen Strand mit Picknick-Tischen vor. Damit war die Frage des Ortes rasch geklärt und der Termin wurde von Gaylyn auf Donnerstag den 07.08. 11:00 festgelegt. Diverse Versuche unseren verloren gegangenen Reverend zu erreichen scheiterten (Gaylyn und Jin trampten extra um die Insel, trafen ihn aber nicht an) bis er am Mittwoch Nachmittag endlich sein Telefon wiederbelebt hatte und versprach am Donnerstag früh anzureisen.
Mittlerweile liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Kara und Claudia fertigten Tischdekorationen und Kränze an und auf diversen Booten wurden Hochzeitstorten in die Öfen geschoben. Reverend Tim und seine Crew Gaja erreichten uns kurz nach 11:00 (der Hochzeits-Termin war mittlerweile um eine Stunde verschoben worden) und Tim kam an Bord um die Details der Zeremonie zu besprechen. Gaylyn war inzwischen von Kara und

Moorea Anchorage

Moorea Anchorage

Claudia geschminkt und geschmückt worden und auch ich war adäquat gekleidet und nach polynesischer Sitte mit einem Kranz versehen. Gaylyn wurde von Bruce von Deamon im gesonderten Dinghy angeliefert und die Feier nahm seine Lauf ohne weitere Hindernisse.
Wir hatten eine wunderbares Fest unter Freunden und Zufallsbekanntschaften: Die Crews von Kwispel (Belgien), Resolute (USA), Nana Parahi (Australien), Deamon (Neu Seeland), Brizo (Australien), Fluenta (Kanada), Anthem (USA), Nautilus (Belgien) und ein paar Zufallsgäste feierten mit uns und sorgten für eine gelungene Party. Sobald es das Internet erlaubt, werden wir versuchen ein paar Videos online zu stellen. Leider lies der spontane Ablauf der Ereignisse es nicht zu rechtzeitig Einladungen und Ankündigungen zu verschicken. Wir entschuldigen uns dafür bei allen Freunden die normalerweise eingeladen worden wären…

In den nächsten Tagen wurde Moorea ein wenig erforscht. Neben dem obligatorischen Stingray Spot, wo man auf Tuchfühlung mit Stachelrochen und Blacktip Haien schwimmt unternahmen wir einen Ausflug in die umliegenden Berge wo unser Reverend erneut verloren ging. Wir sahen ihn erst Stunden später wieder als er völlig ausgehungert, dehydriert und entkräftet von Land zu seinem Boot schwamm.

Da wir einen Gast an Bord und daher ein Programm zu absolvieren hatten ging es bald weiter nach Huahine, 80 sm Nord-Westlich gelegen. Die Insel wurde ausgiebig zufuß, mit geliehenen Fahrrädern und mit Schnorchel und Brille erforscht, konnte uns aber nicht lange halten.

Raiatea und Nachbarinsel Tahaa

Raiatea und Nachbarinsel Tahaa

Raiatea war das nächste Ziel. Da ich (nach wie vor) plane auf dieser Insel das Boot an Land zu stellen, um ein paar dringende Reparaturen durchzuführen blieben wir zunächst nur kurz. Hervorzuheben sind die Coral Gardens an der Westseite der Schwesterinsel Tahaa. Ein Kanal zwischen zwei Motus verbindet dort das Riff mit der Lagune. In dem dicht mit Korallen bewachsenen Kanal fliesst eine konstante Strömung durch brusttiefe Rinnen zwischen den Korallen. Die Strömung treibt einen durch eine einmalige Unterwasserlandschaft besiedelt von Unmengen farbenfroher Korallen und Fische.

Coral Gardens Tahaa

Coral Gardens Tahaa

Eine echtes Juwel. Am Townpier von Uturoa war mal wieder Meet and Greet mit Kwispel und Nana Parahi sowie mit dem Einhand Segler Scott. Scott lag in der Ecke des Piers und wurde dort von dem Kadaver eines Ferkels heimgesucht das Nachmittags in das Hafenbecken trieb um sich neben Scotts Boot häuslich nieder zu lassen. Da der Kadaver einen unangenehmen Geruch verbreitete und auch sonst wenig Sympathiepunkte sammelte beschloss Scott ihn an die Leine zu nehmen (immer knapp davor sich zu übergeben) und per Dinghy wieder aus dem Hafen zu schleppen. Wir hatten das Ferkel

Coal Gardens Tahaa

Coal Gardens Tahaa

mittlerweile auf den Namen Willy getauft, denn Scotts Befreiungsaktion erinnerte uns an den Film Free Willy. Leider war Willy anhänglich, 2 Stunden später trieb er erneut genau dort, wo Scott ihn vorher abgeschleppt hatte. Scott nahm Willy erneut an die Leine und schleppte ihn diesmal weit genug weg.

Bora Bora war unser nächstes Ziel. Die Insel hat sich komplett dem Tourismus verschrieben ist aber so gnadenlos schön anzusehen, dass man sie einfach nicht links liegen lassen kann. Schon von Raiatea aus konnten wir ihre Silhouette bestaunen, wenn man erst einmal durch das Saumriff in die Lagune eingefahren ist kommt noch das Azurblau der Riffe hinzu. Die Motus (kleine Palmeninseln im Riff) sind fast komplett privat und mit Water Bungalows bebaut. Hier kann man ab 600US$ / Nacht (nach oben offen) Urlaub machen. Als Yachtie sucht man sich einfach die schönste Ecke aus und wirft dort Anker. Im Mooringfeld vom Mai Kai Yacht Club nahe Vaitape trafen wir haufenweise Freunde wieder. Die meisten warteten hier auf das richtige Wetter für den Absprung nach Westen.

Bora Bora

Bora Bora

Leider waren Jins Tage gezählt und es blieb nur noch wenig Zeit bis zu Ihrem Ablug von Raiatea. Wir ankerten eine Nacht im glasklaren Wasser der Lagune über sandigem Grund und unternahmen Schnorchel-Expeditionen zu einem nahe gelegenen Kanal, wo Strömung und Plankton reiches Wasser die Manta Rochen anzieht. Leider war uns nur eine Manta-Sichtung vergönnt, die war aber recht spektakulär.
Mittlerweile sind wir wieder in Raiatea unser Gast ist fort und Qi steht auf dem Trockenen. Das ist ein Kapitel für sich und wird im nächsten Blog erörtert werden.

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One Response to News from Paradise

  1. Lieber Thomas, liebe Gaylin,
    wir gratulieren euch ganz herzlich zu eurer Hochzeit und wünschen euch von Herzen alles alles Gute, viele glückliche Stunden auf eurem gemeinsamen Lebensweg.
    Viele Grüße aus der Shelter Bay Marina (immer noch)
    Barbara und Manfred

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