alea iacta est

.. wie schon damals bei Asterix und Obelix sind nun auch bei mir die Würfel gefallen. Ursprünglich wird das Zitat übrigens Julius Cäsar  zugeordnet, der diese Worte ausgerufen haben soll als er den Rubikon überschritt und damit einen Bürgerkrieg auslöste. Wann genau ich meinen persönlichen Rubikon überschritten habe ist schwer zu sagen. So folgenreich wie bei Cäsar ist es bei mir ohnehin nicht, ich werde eher durch Abwesenheit als durch die Eroberung der Weltherrschaft auffallen.  Für den 02.03.2012 ist ein Flug gebucht und dann ist für mich erst einmal Schicht im Schacht im kalten, nassen und fiesen Deutschland.

Seit gestern weiß ich endlich sicher, dass ich ganz offiziell Eigner eines Bootes bin. Meine schwimmende Heimat ist am hamburger Amtsgericht – Abteilung Schiffsregister auf den Namen Qi, Rufzeichen DHQC, mit dem Heimathafen Hamburg auf meinen Namen eingetragen. Kaum 5 Monate nach Unterschrift des Kaufvertrages ! Verblüffend wie schnell so etwas gehen kann.

Das habe ich dem Vorbesitzer zu verdanken, der – nachdem er sich über 4 Jahre nicht um sein Boot gekümmert hatte, plötzlich feststellte das er es doch lieber behalten würde. Ach ja und dem unaufhaltsamen Aktionismus meiner Rechtsvertretung natürlich, die für jede Handlung erst einmal eine schriftliche Aufforderung brauchte nachdem die Rechnung bezahlt war (eigentlich auch schon vorher).

Das hat mir die ganze Zeit übel auf dem Magen gelegen, denn ohne diese Eintragung und die damit einher gehenden Dokumente war mein Boot ein Hausboot – keine Chance woanders einzuklarieren oder auch nur einen anderen Liegeplatz aufzusuchen ohne Bootspapiere. Ich habe es mir deshalb nicht nehmen lassen,  die Papiere unmittelbar persönlich beim Amtsgericht abzuholen. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und ich hätte sie mir heute Nacht unter das Kissen gelegt, in der Hoffnung auf feuchte Träume (Seewasser, nicht was Ihr meint).

Das war das letzte was mich noch hätte aufhalten können. Meine Kätzchen sind gut untergebracht,  von Tangendorf habe ich mich nun lange genug verabschiedet, auch meinen Funkschein habe ich im Schweiße meines Angesichts errungen. Was noch bleibt ist die letztendliche Räumung meines Hauses und die Abwicklung der leidigen Firma.

Die Firma wird mir  meinen Abschied hier noch einmal so richtig versüßen. Ich bekomme noch ein letzes Mal die Missgunst, Dummheit, Kleingeistigkeit und Niedertracht meiner Mitmenschen plastisch vor Augen geführt. Ich weiß also – wann immer mich das Heimweh packen sollte –  an wen ich denken muß, um es zu heilen. Dann lieber Übelkeit ertragen wegen der schwankenden Planken, als wegen der Widerwärtigkeit meiner Zeitgenossen.

Die gute Nachricht ist, dass ich erst einmal nicht mehr arbeiten werde. Ich kann also meinen neuen Lebensabschnitt beginnen, ohne lästige Anrufe aus der Firma und ohne kritische Kundenprojekte die vor die Wand zu fahren drohen, wenn nicht sofort…. All das kann ich fortan mit einem heiteren Lächeln zur Kenntnis nehmen, sofern es mir überhaupt zur Kenntnis gebracht werden kann und mich freuen dass es mich nicht mehr betrifft.

Auch dazu findet sich bei Asterix und Obelix natürlich ein passendes Zitat, nämlich Auri sacra fames!

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One Response to alea iacta est

  1. Tina says:

    Congratulations! Das ging ja echt rasant schnell…Fünf Monate sind für spanische Verhältnisse fast Rekord verdächtig ;o)

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