Neues von der Waterkant

Nach mittlerweile mehr als sechs Wochen auf dem Wasser habe ich mich recht gut eingelebt. Das Leben am Steg ist ja auch gar nicht so viel anders als in der Reihenhaussiedlung. Nur etwas weniger Wohnfläche, ohne Vorgarten und das Badezimmer teilt man sich mit der ganzen Siedlung. Inzwischen habe ich mich auch mit den Nachbarn angefreundet. Zum Beispiel wäre da mein väterlicher Freund Josep, der nicht müde wird mich von morgens bis abends mit Ratschlägen für alle Lebenslagen zu versorgen. Anstrengenderweise tut er das ausschließlich auf Spanisch. Das einzige nicht-spanische Wort, welches ab und an über seine Lippen kommt, um mir die Folgen meines fehlerbehafteten Handelns zu illustrieren ist ‘kaputt’ gerne unterstützt durch ein entsprechendes Geräusch.  Immerhin macht mein Spanisch so immense Fortschritte.

Zumeist geht es bei der Beratung um nautische, mitunter jedoch auch um ganz banale Themen des täglichen Lebens. Heute zum Beispiel drehte es sich um die Feinheiten der Kontakpflege am Steg und dann um mein Sexualleben welches Josep nicht als hinreichend ausgewogen empfindet. Er ist sich ganz sicher, dass ich eine Frau an Bord brauche, vorzugsweise eine spanische, damit ich die Sprache endlich vernünftig lerne und er mir nicht immer alles drei mal erklären muss. Um ihn zu besänftigen, stimme ich ihm dann immer eifrig zu, bestehe aber darauf dass es in jedem Hafen eine andere sein müsse. Da kann er als alter spanischer Schwerenöter natürlich nicht widersprechen. Josep ist aber von den mitunter anstrengenden Coachings mal abgesehen wirklich ein ganz lieber Kerl, der mir schon viele Gefallen getan hat.

Was das Boot betrifft, hält mich nun nicht mehr sehr viel in Palma. Heute kommt noch einmal der Mechaniker und setzt meinen Generator wieder zusammen und dann gibt es noch eine neue Ankerkette, damit ich nicht überraschend abgetrieben werde. Es sind noch geschätzte 3 Arbeitstage an Umbauarbeiten zu leisten, diverse Rechnungen zu bezahlen und ein paar wichtige Einkäufe zu tätigen und dann bin ich vogelfrei. Seit gestern prangt auch der neue Name am Heck des Bootes und es wurde in kleinem Kreise mit Schampus angestossen. Die Taufrede habe ich zugunsten meines ebenfalls anwesenden Freundes Josep etwas kürzer gehalten. Heute muss der Name noch einmal vervollständigt werden denn das ‘Hamburg’ ist uns beim Aufkleben leider verunglückt. Als wir die Trägerfolie etwas verfrüht abzogen stand plötzlich nur noch ‘burg’ da, das ‘Ham’ war auf der Folie geblieben.

Sobald der Name vollständig am Heck prangt sind auch mal wieder ein paar Fotos von der weitgehend vollständigen Qi fällig.

 

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