Segelstress

Montag habe ich meinen ersten Ausflug allein gemacht. Das war eigentlich ganz prima. Ich bin wieder sehr idyllisch bei zunächst 2-3 Windstärken vorwind dahingesegelt und habe mich des schönen Wetters erfreut. Bei zunehmenden Winden wurde es sogar noch etwas zügiger, so dass ich bald mit 5 1/2 Knoten Mallorca an mir vorbeiziehen lies. Aufgrund meines guten Vorankommens, zog die einladende Ankerbucht bei Cala Ratjada schon früh vorbei und ich beschloss bald auch meine zweite Alternative für die Nacht, hinter dem Cabo Farrutx links (Tschuldigung Backbord) liegen zu lassen. Stattdessen wurde Kurs auf Alcudia gesetzt wo ich am Tag darauf meine Freundin Tanja auf eine Spritztour einladen wollte. Am Kap musste ich tatsächlich mal ein Segelmanöver fahren und hatte mit drehenden und böigen Winden zu kämpfen. Der erste Tag allein auf See wurde also nicht nur faul im Cockpit dahingeflezt verbracht sondern es gab auch Arbeit und Erfahrungen zu sammeln.

Hässlich wurde es dann in Alcudia. In der Bucht wehte ein kräftiger Wind der mir ein Einhand-Anlegemanöver im Hafen nicht erstrebenswert erscheinen lassen wollte. Ich beschloss also draußen zu bleiben und vor Anker zu liegen. Diese Entscheidung besiegelte den Verlust meiner Nachtruhe. Der Anker hielt erst beim 3. Versuch weil der Grund schlammig und verkrautet ist und Wind und Welle nahmen, nachdem sie abends etwas nachgelassen hatten, über Nacht wieder zu. Die Nacht bei starkem Wind und Welle vor einem Anker zu liegen dem man nicht trauen kann ist wenig erholsam. Jetzt ist es bald 6:00 und die Nacht ist für mich schon länger vorbei.

Merke: Trau nie einem Wetterbericht und schau Dir gut an, wo Du Anker wirfst. Noch ein Fehler den ich so leicht nicht wieder mache..

Update 7:00 h: Der Anker hat nicht mehr gehalten, kurz nach 6:00 h ankerauf gegangen und in den Sonnenaufgang davongesegelt. Mal sehen ob es eine Bucht weiter schöner ist… Unterwegs gab es zur Unterhaltung noch ordentlich Wind – und das ohne Frühstück und nach abgebrochener Nachtruhe..

 

 

 

Update:9:27 h : Diverse Buchten weiter habe ich einen ruhigen Ankerplatz mit festem Grund gefunden. Jetzt erst einmal ein Nickerchen in der Sonne und dann frühstücken…

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5 Responses to Segelstress

  1. Ralf says:

    Moin Moin Käpt’n,

    das hört sich ja nach viiieeel positiven Stress an ;-).

    Die Bucht bei Piedra ( Carrer de Formentor) ist auch sehr schön. Und links … ähm Backbord natürlich” ist der Hafen von Pollenca da sollte es dann etwas ruhiger sein.
    In deinem Alter brauchst du schon etwas Schlaf…..

    Gruss
    Ralf

    • thomas says:

      Man lernt halt nicht aus und alles was einen nicht versenkt / umbringt macht einen nur erfahrener. Nächstes mal 2 Anker ausringen oder gleich wo hinfahren, wo es angenehmer ist. Bin jetzt 2 Tage mit Besuch rumgegurkt und hab viel Spass.. Euch viel Spass und Erfolg beim Turnier… Grüß alle, Thomas

  2. Sven says:

    Moin Thomas,

    Während wir uns hier die Nüsse langweilig schaukeln, scheint bei dir jeder Tag eine neue Hearusforderung und Chance zu sein, die Segellernkurve noch etwas zu beschleunigen. Hach, das hoert sich alles so aufregend und lebendig an! Wunderbar! Und recht hast Du: was dich nicht versenkt, bringt dich ein paar Seemeilen weiter … Das mit dem Anker wär dir natürlich nicht passiert, hättest du deinen most famous Anchor-Man dabei gehabt 🙂 … Was steht denn als nächstes an?

    Grüsse, Sven

    • thomas says:

      Was soll ich sagen ? Du hast recht. Mir geht es auf jeden Fall unverschämt gut. Segeln wird immer besser, auf jeden Fall gehe ich alles sehr entspannt an und bleibe es zumeist auch dann, wenn es nicht ganz professionell abläuft, was es ab und an immer noch tut. Wolltest Du nicht demnächst noch mal vorbei schauen ? Anfang Juni wäre passend. Dann segeln wir nach Sardinien und haben gleich schon mal Dein Hochseetauglichkeitszertifikat im Kasten. Für den Atlantik hast Du übrigens mittlerweile einen Mitbewerber, also halt Dich ran…
      Gruß Thomas

      • Sven says:

        Hi ya Sailor,

        A. Wie ich sehe hast Du eine neue Flagge. Sehr brav und sehr richtig – schön strahlend deutsch! So kann man sich blicken lassen an allen Küsten.
        B. Wie? Mitbewerber? Muss ich mich auch noch qualifizieren? Wer ist das und wo kommt die oder der her? Wird bei nächster Gelegenheit über Bord geworfen…

        Meine Juni-Planung ist noch nicht ganz fertig, kann aber eng werden …

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