Bogenschießen auf der Planneralm

.. da ich die Site nun einmal als Blog aufgezogen habe, kann ich eigentlich auch einmal ein wenig bloggen oder ? Und so kommen wir auch schon zu einem sehr erwähnenswerten Ausflug, zu dem ich im August dieses Jahres aufbrach.

Ich hatte mich im Frühsommer nach einem neuen Bogen umgesehen und den Zuschlag bekam ein schöner 50# Border Black Osprey den ich einem Forum ausgemacht hatte. Nachdem ich den Anbieter kontaktiert hatte, eröffnete er mir dass der Bogen aktuell auf der Planneralm ausgestellt wäre, wo ein Turnier mit sagenhaften 440 Bogenschützen stattfand. Als Nordlicht (relatives Bogensport-Niemandsland) fand ich das einigermaßen unglaublich und es weckte mein Interesse für die Planneralm. Um so mehr als dort auch viele naturgetreue Tiere mit Fell zum Abschuß freigegeben sind – unter anderem ein lebensgroßes Mammut.

Mein strategisch und lautstark geäußertes Interesse wurde von meiner Freundin erhört, die mir kurz darauf einen Ausflug nach Salzburg und in die Steiermark – auf die Alm – zum Geburtstag schenkte.

Neuschnee am Plannersee

Neuschnee am Plannersee

Die Planneralm liegt 1600 m hoch und ist im Sommer nur von vereinzelten Bogenschützen und Wanderern bevölkert. Der Sommer auf der Alm ist allerdings kurz. Die Betreiber des Parcours rieten uns bei der Planung,  lieber im August anzureisen, da schon im September das Wetter reichlich unsicher wird. Wie zur Bestätigung konnten wir am Ende unseres Ausfluges am 29. August bei einem Ausflug zum auf 1800 Meter Höhe gelegenen Plannersee den ersten Neuschnee bewundern..

Glücklicherweise hatten wir trotz durchwachsenem Wetters 2 schöne Tage im Parcours. Erst der 3. und letzte Tag bescherte uns etwas mehr Regen. Der Parcours ist sagenhaft schön und sehr liebevoll gepflegt. An vielen Stellen ist der Weg mit Holz-Bohlen oder Knüppel-Dämmen befestigt, insbesondere dort wo er durch Hochmoore führt. In den steilen Bereichen ist gutes Schuhwerk und Standfestigkeit gefragt. Speziell bei Regen werden diese Passagen schnell zur Herausforderung.

Die Ziele sind durchgehend mit 4 Abschuß-Pflöcken versehen, wobei der weiteste den Visier-Schützen und sehr guten intuitiven Schützen empfohlen wird. Weitere Abschüsse sind für weniger ehrgeizige Schützen, Kinder und Anfänger gepflockt. Die weiten Abschüsse sind sehr anspruchsvoll aber für geübte intuitive Schützen durchaus zu schaffen. Allerdings sind nicht an allen Zielen gute Pfeilfänge vorhanden – dort laufen anspruchsvolle Schüsse schnell mal auf Pfeilverlust hinaus.

Pfeilverlust ist ohnehin ein Thema in diesem Parcours. Ich bin in weiser Voraussicht mit einem Satz Carbon-Pfeile angereist, die nach den ersten paar gesplitterten Holzpfeilen ausschließlich zum Einsatz kamen. Doch selbst die Carbon-Pfeile haben den oft steinigen Boden nicht alle überlebt.

Die Ziele sind schön gestellt, viele Ziele sind mit Fell bezogen, die Kill-Zone ist durch Draht markiert. Diverse Tiere stehen hang-aufwärts, einige müssen über tiefe Schluchten hinweg anvisiert werden. Für Schützen aus dem Flachland – wo Bergauf-Schüsse praktisch nicht vorkommen – sind das echte Highlights.

Wildschütz

Wildschütz

Der gesamte Parcours ist in eine recht unberührte und sehr vielfältige Natur eingebettet. Zunächst führt der Weg bergan durch steiles, mit hohem Baumbestand bewachsenes Gelände, das durch tiefe von Bergbächen gegrabene Schluchten durchzogen wird. Danach durchquert man – immer an der der Baumgrenze entlang – relativ ebenes Gelände mit Hochmooren und Krüppelkiefern, bevor es an einem Wildbach entlang, der zunehmend eine Schlucht bildet wieder zu Tal geht.

Insgesamt sind rund 31 Ziele gestellt, eines der Highlights ist das Mammut. Den Abschuß-Pflock für das Mammut findet man nachdem man einen steilen Hang erklommen hat. Die Pfeile muss man nicht hochtragen, denn sie stecken schon oben in einer Gemse oder in der umliegenden Botanik. Für den Profi-Pflock muss man noch einmal höher hinaus, um dann aus dem Hang auf das ca. 100 Meter entfernt und gut 30 Meter tiefer stehende Mammut zu schießen. Der Schuß wird nicht nur durch die Entfernung und den Höhenunterschied schwierig – der unsichere Stand am am steilen Hang macht es schwer die Aufmerksamkeit auf das Ziel zu fokussieren.

Ewi's Hütte

Ewi's Hütte

Alles in allem ist man in 3-4 Stunden durch den Parcours. Dabei laden an mehren Orten Bänke zum Verweilen ein, am ‘Ort der Ruhe’ kann man aus einer im Boden eingegrabenen Tonne leidlich kühle Soft-Drinks beziehen. Am Ende des Parcours warten in Ewis’s Hütte ein kühles Bier und leckere Speisen auf den Schützen und im Haus des Bogens kann man sich Ersatz für die zerbrochen Pfeile beschaffen. Die Familie Lackner die sowohl die Hütte und das Haus des Bogens als auch das Gästehaus Lackner betreibt, hat uns sehr freundlich und liebevoll umsorgt.

Da die Region im Winter als Skigebiet sehr beliebt ist, hat auch die weitere Umgebung einiges zu bieten. Sofern man mit den Auto angereist ist, findet man im Umkreis von ca. 30 Minuten Fahrzeit eine Therme (gut für Regentage) einen weiteren Bogen-Parcours und diversen Zeitvertreib um ggf. Familie und Kinder zu beschäftigen..

Informationen zum Parcours finden sich auf der Web-Page der Familie Lackner, die ein Rundum-Sorglos-Packet inklusive Übernachtung mit Vollpension und Parcours-Benutzung anbietet. Die nächste Sommer-Saison auf der Planneralm beginnt mit dem 13. Planneralmbogenturnier “3D Alpine Challenge”, vom 11.6. – 12.6.2011.
Weitere Fotos aus dem Parcours findest Du in der Galerie Planneralm.

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2 Responses to Bogenschießen auf der Planneralm

  1. Klaus says:

    Als vormaliger Besitzer des besagten Border Langbogens freut es mich, dass du eine schöne Zeit auf der Planneralm hattest. Vielleicht führt dich der Weg ja wiedermal zu uns -> im August/September richten wir ja die FITA 3D Weltmeisterschaft (fita-wm.com) aus.

    Schöne Grüße aus Donnersbach
    Klaus

    • thomas says:

      Hallo Klaus,
      ich arbeite aktuell noch daran ein paar Leute aus dem Verein dazu zu bewegen mit mir zum 13. Planneralmbogenturnier “3D Alpine Challenge” zu kommen. Aber es ist doch recht weit.. Vielleicht komme ich also wieder nur mit meiner Freundin. Das Schießen auf der Planneralm war schon einmalig – nochmals Danke für den Tipp..

      Grüße Thomas

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