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Den Heimaturlaub habe ich gut überstanden und bin nun wieder da wo ich hin gehöre – auf meinem Boot. Vielen Dank noch einmal für die höchst freundliche Aufnahme. Ich konnte gar nicht mehr richtig nachvollziehen, warum ich Anfang des Jahres keine Minute mehr in der Heimat verbringen mochte.

Gestern habe ich Palma verlassen, gerade noch rechtzeitig bevor die Liegegebühren im Real Club Nautico die 100 € Marke (pro Nacht) durchschlagen. Nun habe ich eine Woche frei bevor mein nächster Gast anrauscht. Ein weiterer Interessent wartet schon eine Bucht weiter in Andratx auf das versprochene Tėte a Tėte.  Ich liege dieweil in der Bucht von Santa Ponsa vor Anker und komme endlich wieder in den Genuß  meines täglichen Schwimmtrainings, kann also weiter an meiner Bikini-Figur arbeiten.

Für den Tripp von Palma nach Santa Ponsa hatte ich noch einmal Skipper Mike mit an Bord genommen. Das erfreuliche Resultat: Die Windsteueranlage wurde endlich erfolgreich in Betrieb genommen und mein bis dahin noch unidentifiziertes Ballonsegel wurde als Gennaker erkannt und auch gleich einmal gesetzt bevor es aufgrund plötzlicher Flaute wieder im Segelsack verschwinden musste. Abends ging es Dank Skipperin Silke mit einem leckeren Abendessen auf einem anderen Fahrtensegler weiter. Silke war zufällig auf Chartertour in Santa Ponsa eingekehrt und hatte schon das Abendessen auf einem befreundeten Boot organisiert und reichlich frischen Fisch dabei.

Ich kann mich nur wundern, was für Menschen ich hier treffe. Die Lebens-Geschichten, die ich zu hören bekomme, lassen mich mein eigenes Dasein mit anderen Augen betrachten: Mitunter komme ich mir vor wie ein spiessiger Sicherheitsfanatiker. Gestern war es eine Vita, die stark an Mr. Nice (Lesenswertes Buch über das Leben des Marijuana-Großhandlers Howard Marks) erinnerte, inklusive haarsträubender venezoelanischer Knastgeschichten. Alles Lebensentwürfe ohne Netz und doppelten Boden. Es bleibt interessant.

Davon abgesehen ist Santa Ponsa nicht unbedingt sehenswert. Die Ankerbucht ist schön, wenn auch aufs hässlichste zu gebaut und wenn man den Fehler macht, an Land zu gehen ist man mitten in der übelsten mallorquinischen Urlaubs-Fabrik. Briten und Teutonen – ein wundervoller Mix – dazwischen Highlights wie Katzenbergers Bistro und einen Bierkönig soll es auch geben. Trotzdem werde ich wohl noch ein wenig bleiben, immer gemäß dem Motto der letzten Wochen: ‘Ich bin doch nicht auf der Flucht!’.

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