Visual update

Damit hinreichend dokumentiert ist, was hier vor sich geht und welchen Metamorphosen Schiff und Eigner unterworfen sind habe ich gedacht es wäre mal wieder Zeit für eine kleine Galerie:

Posted in Allgemein, Deutsch | 5 Comments

Auf, Matrosen, ohe!

Kaum zu glauben aber wahr, ich habe mich endlich abgenabelt und liege nicht mehr in Palma. Der Hafen war mir schon richtig ans Herz gewachsen, vor allem die vielen netten Leute dort, die mir an allen Ecken und Enden geholfen haben aber auch die wundervolle Lage direkt vor der Altstadt von Palma. Leider war der Preis für den Liegeplatz auf Dauer nicht mehr zu tragen und außerdem, wie wir ja wissen: Seemann’s Braut ist die See – also zieht es mich notgedrungen hinaus in die Ferne. Richtig weit bin ich noch nicht gekommen aber ein Anfang ist gemacht. Nach dem mittlerweile 3. Ausflug nach Cabrera bin ich nun in Porto Colom gelandet, wo ich vorhabe erst einmal ein oder zwei Tage am Gemeindesteg zu verweilen um dann in den Norden der Insel vorzustossen.

Heute gab es nach einem wundervollen Tag, platt vorm Wind segelnd, sanft geschaukelt, dyonysisch dahingestreckt im Cockpit chillend noch einmal richtig Wind. Kurz vorm Ziel mussten wir (Mitsegler Tino und ich) unbedingt noch einen Schlag aufs Meer hinaus segeln und haben Qi auf satte 8,5 Knoten Speed gebracht. Das ist persönlicher Rekord und gar nicht mal schlecht für so eine alte Dame und einen Skipper für den Segeltrimm noch ein Rätsel mit sieben Siegeln ist.

Natürlich war es mir mal wieder vergönnt ein paar grauenhafte Fehler zu machen, die ich nun hoffentlich nie wieder mache. Es ist wirklich ein gutes Gefühl all die schrecklichen Fehlhandlung und Töffelichkeiten bisher (klopf, klopf, klopf) ohne größere Schäden an Mensch und Material abzufrühstücken. Meistens ist es so traumatisch, dass man sicher sein kann es nicht noch einmal zu wiederholen.

Meine nächste Tour mache ich voraussichtlich erstmals ganz alleine (der alte Mann und das Meer) – das wird dann noch einmal so richtig spannend.

Posted in Allgemein, Deutsch, Seefahrt | Leave a comment

Nomen est Omen

Da prangt er nun endlich – Qi hat seinen Namen am Heck und auch der Heimathafen hat noch einen Platz gefunden. Es hagelte natürlich sofort Kritik vom Josep, dem Nachbarn. Das kann man nicht lesen, wie soll man Dich so im Funk anrufen !  Wo er Recht hat, hat er Recht aber andererseits – ein Logo ist ein Logo und dieses gefällt mir. Damit es auch verstanden wird, hier die Erklärung: Es beruht auf einem Geistesblitz und Entwurf von Konrad der dazu sagte: Worum geht es beim Segeln ? Sonne, Wellen und Segel. Aus diesen Elementen setzt sich denn auch das Logo zusammen. Vielleicht schreibe ich den Namen samt Callsign noch im Klartext auf die andere Seite.. An dieser Stelle vielen Dank an Tim und Sven, die so freundlich waren das Logo grafisch auszuarbeiten und mir die Druckvorlage gebaut haben.

Posted in Allgemein, Deutsch | 3 Comments

Neues von der Waterkant

Nach mittlerweile mehr als sechs Wochen auf dem Wasser habe ich mich recht gut eingelebt. Das Leben am Steg ist ja auch gar nicht so viel anders als in der Reihenhaussiedlung. Nur etwas weniger Wohnfläche, ohne Vorgarten und das Badezimmer teilt man sich mit der ganzen Siedlung. Inzwischen habe ich mich auch mit den Nachbarn angefreundet. Zum Beispiel wäre da mein väterlicher Freund Josep, der nicht müde wird mich von morgens bis abends mit Ratschlägen für alle Lebenslagen zu versorgen. Anstrengenderweise tut er das ausschließlich auf Spanisch. Das einzige nicht-spanische Wort, welches ab und an über seine Lippen kommt, um mir die Folgen meines fehlerbehafteten Handelns zu illustrieren ist ‘kaputt’ gerne unterstützt durch ein entsprechendes Geräusch.  Immerhin macht mein Spanisch so immense Fortschritte.

Zumeist geht es bei der Beratung um nautische, mitunter jedoch auch um ganz banale Themen des täglichen Lebens. Heute zum Beispiel drehte es sich um die Feinheiten der Kontakpflege am Steg und dann um mein Sexualleben welches Josep nicht als hinreichend ausgewogen empfindet. Er ist sich ganz sicher, dass ich eine Frau an Bord brauche, vorzugsweise eine spanische, damit ich die Sprache endlich vernünftig lerne und er mir nicht immer alles drei mal erklären muss. Um ihn zu besänftigen, stimme ich ihm dann immer eifrig zu, bestehe aber darauf dass es in jedem Hafen eine andere sein müsse. Da kann er als alter spanischer Schwerenöter natürlich nicht widersprechen. Josep ist aber von den mitunter anstrengenden Coachings mal abgesehen wirklich ein ganz lieber Kerl, der mir schon viele Gefallen getan hat.

Was das Boot betrifft, hält mich nun nicht mehr sehr viel in Palma. Heute kommt noch einmal der Mechaniker und setzt meinen Generator wieder zusammen und dann gibt es noch eine neue Ankerkette, damit ich nicht überraschend abgetrieben werde. Es sind noch geschätzte 3 Arbeitstage an Umbauarbeiten zu leisten, diverse Rechnungen zu bezahlen und ein paar wichtige Einkäufe zu tätigen und dann bin ich vogelfrei. Seit gestern prangt auch der neue Name am Heck des Bootes und es wurde in kleinem Kreise mit Schampus angestossen. Die Taufrede habe ich zugunsten meines ebenfalls anwesenden Freundes Josep etwas kürzer gehalten. Heute muss der Name noch einmal vervollständigt werden denn das ‘Hamburg’ ist uns beim Aufkleben leider verunglückt. Als wir die Trägerfolie etwas verfrüht abzogen stand plötzlich nur noch ‘burg’ da, das ‘Ham’ war auf der Folie geblieben.

Sobald der Name vollständig am Heck prangt sind auch mal wieder ein paar Fotos von der weitgehend vollständigen Qi fällig.

 

Posted in Allgemein, Deutsch | Leave a comment

Qi unter Segeln bei 5 Beaufort

Posted in Allgemein, Deutsch | 14 Comments

Cabrera

Meine 2. unbetreute Tour – diesmal nicht willenlos an der Küste entlang, wohin der Wind uns trägt sondern nach Cabrera. Als Deckshand war diesmal meine Schwester Dagmar mit von der Partie.

Cabrera ist eine Insel an der Südspitze Mallorcas, ein Nationalpark und ein wunderschöner Fleck. Zudem gibt es einen herrlicher Naturhafen mit Bojen zum Festmachen. An Land darf man sich unbetreut nur zum Kastell begeben, welches die Bucht malerisch überschaut. Für alles andere braucht man einen Parkranger als Begleitung. Der hübsche kleine Anleger beherbergt die Verwaltung und ein Cafe.

Der Hinweg war zunächst – verursacht durch widrige und zu schwache Winde – etwas öd weil unter Maschine.  Auf dem letzten Drittel war uns dann doch noch ein schöner Wind von rund 3 Beaufort vergönnt, der uns auf einem schnellen Amwind-Kurs dem Ziel nahe brachte. Der Besuch wurde durch einen Ausflug zum Kastell, eine Kaffee im Hafen, ein erstes 16° kaltes Bad im Mittelmeer und ein weiteres leckeres Gericht aus Peter & Silvies Kochbuch zum Abendbrot abgerundet.

Auf dem Rückweg am nächsten Tag war uns der Wind wieder hold. Erst auf dem letzten Drittel musste der Diesel wieder in Aktion treten. Damit habe ich einen der schönsten Ausflüge die Mallorca zu bieten hat schon einmal kennen gelernt.

Posted in Allgemein, Deutsch | 4 Comments

Metamorphose

Übelmeinende Leser könnten nun anmerken, dass die Überschrift gut passt, weil ich zumindest schon mal das Stadium einer dicken Raupe erreicht habe, andererseits aber nicht so gut weil zu bezeifeln ist, dass aus mir in diesem Leben noch ein wunderschöner Schmetterling wird.

Ich meine das natürlich ein wenig abstrakter. Ich finde nämlich dass in einem Menschenleben die Phasen die aufregenden, schönen und lebenswerten sind, in denen getrieben durch eigene Anstrengungen oder glückliche Fügungen Veränderung und Entwicklungen sich häufen und neue Lebensabschnitte geboren werden. Ich bin aktuell in einer solchen Phase und genieße es in vollen Zügen.

Insbesondere verwachse ich derzeit langsam aber sicher mit meinem Boot. Je länger ich darauf lebe, desto stärker strecke ich meine Fühler aus um irgendwann jedes Geräusch und jede Schwingung sofort zu spüren und zu erkennen.  Fehlt nur noch dass ich wie in ‘Piraten der Karibik’ vorgeführt, selbst beginne Seepocken anzusetzen.

Nachdem ich am Dienstag ein ausgiebiges und sehr kompetent durchgeführtes Training in Sachen Hafenmanöver genossen habe, komme ich nun aus dem Staunen nicht mehr heraus, was mit meinem 15 Tonnen Schiff auf engsten Raum alles machbar ist – und das selbst wenn ich am Ruder stehe. Nachdem ich im unbetreuten Selbstversuch zu der Erkenntnis gekommen war, es im Hafen mit einem eigenwilligen sturen Bock von einem Boot zu tun zu haben, wurde ich Dienstag genötigt im engsten Hafenbecken ‘auf dem Teller Drehungen’ und Anleger zuhauf zu fahren, die ich bis dato so nicht für möglich gehalten habe.

Die zweite neue und bahnbrechende Errungenschaft habe ich Peter und Silvie zu verdanken, die mir zum Abschied ein Kochbuch geschenkt haben, das voll von höchst leckeren aber trotzdem gut machbaren Gerichten steckt – Gerichte für jede Windstärke, aufgeteilt nach Beaufort. So kam es denn gestern zu meinem ersten Fischgericht, dass nicht nur dadurch bestach, dass es der erste Fisch war den ich abgesehen von Fischstäbchen je in der Pfanne hatte, sondern im Resultat auch noch extrem lecker schmeckte.

Alles in Allem verläuft meine Landflucht bis dato sehr erfolgreich. Am Wochenende wird nach Cabrera gesegelt, das Permit habe ich gerade besorgt…

 

Posted in Allgemein, Deutsch | 2 Comments

Quax der Bruchpilot

Es war ja abzusehen, mein erstes unbetreutes Anlegemanöver in der Heimatmarina verlief nicht ganz reibungslos. Ich habe stattdessen die Gelegenheit genutzt, einige Worstcase-Szenarien näher zu beleuchten – glücklicherweise ohne größere Schäden an Crew und Material.

Zunächst verlief alles ganz geschmeidig. Dass ich zwei Anläufe brauche um sauber in mein Hafenbecken einzulaufen ist ja schon Routine. Der Zweite verlief sehr vielversprechend und führte mich schnurstracks auf meinen Liegeplatz zu. Erst bei der Sichtung des Liegeplatzes stieg mein Adrenalin-Pegel merklich an.  Die umliegenden Boote hatten meine Abwesenheit genutzt um sich ungeniert breit zu machen. Was von meiner Mooring noch übrig war stand in keinem Verhältnis zu Breite meines Bootes. Es hieß also  Reinquetschen.

Darüber hatte ich mir vorher leider noch keine Gedanken gemacht, weil bei den letzten Anlegern immer Lücken daneben oder in der Nähe waren, so dass die Packungsdichte der Boote nicht so hoch und die Lücke breiter war. Trotz präziser Ansteuerung der Lücke gab es kein Hineinkommen. Nachher ist man natürlich immer schlauer, mittlerweile habe ich eine Handvoll Ideen, was man hätte tun können. In der Hitze des Gefechtes leider nicht.

Nach ein paar erfolglosen Versuchen mich reinzuquetschen, habe ich dann aufgegeben und wollte noch einmal von vorne anfangen. Der etwas hektische Versuch mich aus dem Hafenbecken zurück zu ziehen, brachte mich dann leider in gefährliche Nähe der Mooringleinen der Nachbahrboote so dass ich am Ende festsaß. Jeder Versuch mich mit Motorkraft zu befreien, hätte dazu geführt, dass sich mein Propeller in den Leinen verfangen hätte.

Nachdem mich die Marineros aus der misslichen Situation befreit hatten, habe ich dann kurz entschlossen vorwärts angelegt und lecke nun erst einmal meine Wunden. Bis zum nächsten mal..

Posted in Allgemein, Deutsch | 1 Comment

Mut zur Lücke

Heute hab ich mir ein Herz gefaßt und bin zum ersten mal ohne kompetenten Coach hinfort gesegelt. Als Support habe ich Sven dabei, der jetzt schon alle wichtigen Knoten blind beherrscht und offensichtlich vertrauensvoll genug ist mich zu begleiten. Das Hafenmanöver Ablegen/Rausfahren ging mit kleinen Abzügen in der B-Note und ohne Havarien oder Beschädigungen über die Bühne.

Leider war uns nicht sehr viel Wind vergönnt, so dass wir reichlich von der Maschine Gebrauch machen mussten. Nun liegen wir unplanmäßig in der  Cala es Camp de Mar. Nicht ganz so schön wie die ursprünglich anvisierte  Cala Monjo, die zwar sehr romantisch und unbebaut, für mein erstes unbetreutes Ankermanöver aber entschieden zu eng war.

Dafür konnte ich gleich mal mit dem Dinghy in den Ort rudern und schauen was anliegt. Leider ist dort noch komplett Nebensaison. Statt Friseusen nur vereinzelte Rentner – schöner Reinfall. Morgen geht es wieder zurück (mal sehen) und dann wird sich zeigen ob ich Qi auch unbetreut wieder an den Liegeplatz bekomme…

 

Posted in Allgemein, Deutsch | Leave a comment

Nautische Nachrichten

Es war mal wieder so weit. Heute bin ich zum 2. Mal mit Qi aus dem Hafen herausgefahren.

Diesmal liebevoll betreut von Konrad, der es auch nicht erwarten konnte mein neues Zuhause mal mobil zu erleben. Wieder war sie etwas widerspenstig, was das An-und Ablegen betraf. Langsam komme ich zwar dahinter, wie man Ihr seinen Willen aufzwingt aber im Hafen ist sie wirklich ein sturer Bock. Das wird mich noch ordentlich Nerven kosten.

Einmal draußen ging es munter weiter mit dem Stress. Das Großsegel – letztes Mal offensichtlich nicht sorgfältig genug eingerollt – verließ seine geschützte Position im Mast nur extrem widerwillig und unter nachdrücklichem Zureden. Als auch dieses Problem gelöst war, wandte sich alles zum  Besseren: Anständige 4 Windstärken, sonniges Wetter und ein endlich williges Boot, dass mit satten 7.4 Knoten (ja, tatsächlich, 13.7 Km/h) über die Bucht schoss. Naja , pflügte

Nach einer schönen Ankerpause in bei Illetas ging es wieder nach Hause wo sich Qi wieder von ihrer sturen Seite zeigt. Insgesamt ein gelungener Sonntags-Ausflug. Die Essenz: Ich brauche Übung, Übung, Übung..

Wem es noch nicht aufgefallen ist – als Reminiszenz an meine bisherige Sonntag-Vormittags-Beschäftigung habe ich für diesen Ausflug natürlich meine Garstedter Schützen-Jacke angezogen…

 

Posted in Allgemein, Deutsch | 6 Comments